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Der Angriff der Agrarlobby auf den EU-Klimazoll ist ein Eigentor

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09.04.2026

75,36 Euro: das ist der Preis, den von Jänner bis März 2026 jede Tonne Treibhausgas hat, die bei der Herstellung von Zement, Eisen, Stahl, Aluminium, Wasserstoff, Elektrizität und Düngemittel entstanden ist, die für die Einfuhr in die EU bestimmt sind. Die Europäische Kommission hat diesen ersten Quartalswert für den „CO2-Zoll“ am Dienstag ziemlich diskret bekanntgegeben. Wenn ein Importeur jährlich mehr als 50 Tonnen von diesen genannten Produkten in die Union einführt, muss er ab Jänner 2027 rückwirkend diese Grenzausgleichsabgabe bezahlen. Viermal pro Jahr wird die Kommission Quartalswerte veröffentlichen, die auf dem Durchschnittskurs für Zertifikate im EU-Emissionshandelssystem basieren.

Zweck dieser Übung ist es, die unfaire Behandlung europäischer Hersteller dieser Produkte gegenüber ihren Konkurrenten in Übersee zu korrigieren. Wer in der EU Zement, Stahl, Dünger oder eine der anderen Waren herstellt, muss bekanntlich am Emissionshandel teilnehmen, und für jede Tonne an CO2-Emissionen Zertifikate kaufen. Das soll zum Energiesparen anregen, und zur Dekarbonisierung. Beides sind, wie der jüngste Nahostkrieg veranschaulicht, keine schlechten Ideen, um den europäischen Industriestandort krisensicher zu machen.

Totschnigs Ritt gegen CBAM

Dennoch glost wilder Unmut über den CO2-Zoll. Ein Dutzend Landwirtschaftsminister forderten im Jänner die Aussetzung des noch gar nicht wirklich wirksamen Mechanismus für Düngemittel. „Bis die Funktionsfähigkeit sichergestellt ist“ solle CBAM, so heißt der........

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