Willkommen im Zeitalter der Erpressung
Wer die Welt von Berufs wegen aus der Vogelperspektive betrachtet, sollte sich tunlichst davor hüten, neue Epochen auszurufen. Es gibt wenige Dinge, die peinlicher sind, als ein im Brustton der Überzeugung verkündeter Paradigmenwechsel, der sich im Nachhinein als Schmarren herausstellt. Beispiele gefällig? Weder sind wir im Nirvana des postindustriellen Zeitalters angelangt, noch verbringen wir unseren Alltag im Metaversum – vom Ende der Geschichte, das nach dem Zerfall des Ostblocks ausgerufen wurde, ganz zu schweigen.
Gibt es Ausnahmen von dieser Regel? Selbstverständlich. Wenn sich nämlich ein und dasselbe Phänomen an Schauplätzen manifestiert, die nichts miteinander zu tun haben, deutet das darauf hin, dass sich die Welt tatsächlich verändert hat. Und genau so verhält es sich mit der titelgebenden Erpressung. Wenn Theokraten in Teheran, Houthi-Milizionäre in Jemen, kommunistische Parteikader in Peking,........
