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Früchte des Zorns

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26.06.2026

Ist es ein Parteibeschluss?

oder Gaza Krishna, Gaza Gaza, Hare Hare?

Oder handelt es sich lediglich um das Erklimmen des Thunbergs für ganz Arme?

An dieser Stelle verzichte ich auf die hundertste Erläuterung darüber, weshalb der jüngste Beschluss der Linken in seiner strukturellen Logik antisemitische Muster reproduziert.

Ebenso verzichte ich auf den obligatorischen Rant.

Tja, womit kann ich da nur reagieren? Ich reagiere mit alttestamentarischem Zorn.

John Zorn ist einer jener Künstler, die man nur schwer erklären kann, weil bereits die Erläuterung selbst an ihm zerschellt.

Jazzmusiker? Ja. Komponist? Ebenfalls. Produzent? Natürlich. Avantgardist? Ohne Zweifel. Und doch trifft rein gar nichts davon den dunklen Kern.

Seit den frühen Achtzigern nämlich arbeitet sich der New Yorker durch nahezu jedes denkbare Genre. Free Jazz, Neue Musik, Punk, Grindcore, Klezmer, Surfrock, Ambient, Filmmusik, Noise. Wo andere Stilgrenzen erkennen, sieht Zorn lediglich Baumaterial.

Er benimmt sich wie jemand der erst Fensterkitt anrührt, um hinterher die Scheibe zu zerschmeißen.

Bereits als Jugendlicher fasziniert von Ornette Coleman und Karlheinz Stockhausen wird ihm früh klar, dass Wiederholung für ihn definitiv keine Option darstellt.

Ihn interessiert nicht die Verwaltung bestehender Traditionen. Es geht um deren Sprengung.

Mit den Golden Palominos beteiligt er sich an der New Yorker No-Wave-Bewegung. Die Gruppe besteht außer ihm noch aus den späteren Szene-Superstars Anton Fier (Lounge Lizards, Pere Ubu), Fred Frith, Arto Lindsay und dem stilistischen Hans Dampf in allen Producer-Gassen Bill Laswell. Gemeinsam entwirft man innovativ einen Sud aus Alternative Rock, Experimental Ambient, Country,........

© Die Kolumnisten