Was ist Satire?
In der letzten Woche kursierte eine Geschichte um Dieter Nuhr, der seine Pointe auf der Tatsache von Femiziden – oder vielmehr auf Morden an Frauen, die nicht einmal explizit als Femizide eingeordnet werden – aufbaute, um sich letztlich damit zu rechtfertigen, dass er eigentlich die strukturelle Anklage aller Männer kritisieren wollte. Ein Umweg, untermauert mit einem preiswerten Scherz über die Partnerwahl, die einseitig in die Hände der Frauen und damit in ihre Verantwortung gelegt wird.
Die Reaktionen, sofern nicht hinreichend bekannt, reichten von verständlicher Empörung bis zur exemplarischen Verteidigung der Zunft des Satirikers.
Ich verstehe also nicht? Witze über Femizide sind so lange okay, solange es auch einen Böhmermann gibt und die „Whataboutism-Keule“ geschwungen wird? Nun aber erst einmal genug Bühne für Herrn Nuhr und schlechte Witze.
Ich habe mich selbst nie als Satiriker betrachtet. Dennoch habe ich mich einmal in der eigentlich schönen Stadt Schwerin einem Satirewettbewerb gestellt und dort zwar nicht den ersten Preis, aber immerhin einen Preis gewonnen. Er wurde mir vor Ort in Gestalt von überbackenem Würzfleisch feierlich überreicht.
Ich hatte keine Ahnung von Satire – ich wurde nur mit den üblichen Floskeln befeuert: „Satire muss wehtun, sie muss übertreiben, Gürtellinien ignorieren“, quasi die Zuschauenden zu einem „Ohohoho“ im Sinne........
