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One Battle After Another – Die Revolution frisst ihre Kinder

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17.03.2026

Vom sperrigen Film zum Oscar-Triumph

Vor vier Monaten hatte ich One Battle After Another noch mit einer gewissen Skepsis betrachtet. Unterhaltsam, gut besetzt, aber auch ein Film, der sich schwer entscheiden kann, was er eigentlich sein möchte. Gestern, nach der Oscar-Verleihung, wirkt diese Einschätzung fast wie ein Zwischenstand in einer deutlich längeren Geschichte. Denn Paul Thomas Andersons Werk hat bei den Academy Awards überraschend groß abgeräumt – und gehört damit endgültig zu den prägenden Produktionen des Kinojahres 2025.

Eine Revolution mit Nebenwirkungen

Die Handlung ist schnell erzählt: Pat Calhoun (Leonardo DiCaprio) ist Mitglied der revolutionären Gruppe „French 75“, die in den USA der Nullerjahre zahlreiche Aktionen (Befreiung von Mexikanern aus Abschiebehaft) und Anschläge (Lahmlegen der Stromversorgung, Bomben in Kreditinstituten hochgehen lassen u.ä.) verübt. Pat ist nicht nur der Sprengstoffexperte der militanten Aktivisten, sondern ebenfalls mit deren Anführerin, die auf den hübschen Namen Perfidia Beverly Hills (Teyana Taylor) hört, liiert. Perfidia unterhält zusätzlich zu Pat eine heimliche Beziehung mit Captain Lockjaw (Sean Penn), der eigentlich die Aufgabe innehat, ihr und ihrer Truppe das Handwerk zu legen, sie jedoch immer wieder entwischen lässt.

Als Perfidia schwanger wird, kommen Pat erste Bedenken, ob das Aktivistenleben auf Dauer was für ihn ist. Nach der Geburt von Tochter Willa (Chase Infiniti) trennen sich deshalb die Wege des Paars: Pat geht auf in der Rolle des Vaters, Perfidia nimmt ihre alte Beschäftigung als Revolutionärin wieder auf. Ein Banküberfall läuft aus dem Ruder, es gibt Tote. Nach einer wilden Verfolgungsjagd wird Perfidia geschnappt. Ihr droht lebenslange Haft. Lockjaw rät ihr dazu, die Gruppe zu verraten und im Gegenzug ins Zeugenschutzprogramm aufgenommen zu werden. Perfidia (nomen est omen) willigt ein und verpfeift ihre Genossen:innen. Viele werden geschnappt oder getötet, einigen gelingt im letzten Moment die Flucht – so auch Pat mit Tochter Willa.

Nun springt die Handlung um 16 Jahre: Perfidia ist spurlos verschwunden (man vermutet sie auf Kuba oder in Libyen), Lockjaw inzwischen vom Captain zum Colonel aufgestiegen (jagt immer noch Mexikaner und Aktivisten), Pat und Willa leben unter anderem Namen in einer Kleinstadt im Norden von Kalifornien, wo die Tochter die High School besucht und der Vater den Tag mit Kiffen und Dosenbier vertrödelt. Nach anderthalb Jahrzehnten sollte eigentlich Gras über die Sache gewachsen........

© Die Kolumnisten