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IFG – Vertrauen ist gut, Akteneinsicht überbewertet

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18.07.2026

Es gibt Entwicklungen, bei denen man sich fragt, warum sie nicht schon viel früher gekommen sind. Zum Beispiel die geplante Beschneidung des Informationsfreiheitsgesetzes.

Jahrelang durften Bürger, Journalisten und diese lästigen Menschen mit einem übersteigerten Interesse an Demokratie den Behörden Fragen stellen. Sie konnten Akten anfordern. Verträge einsehen. E-Mails lesen. Nachvollziehen, wie Entscheidungen zustande gekommen sind. Manchmal sogar erfahren, dass Ministerien Dinge wussten, die sie vorher erstaunlich überzeugend nicht gewusst haben wollten. Das war natürlich unerquicklich. Denn nichts stört eine Verwaltung mehr als Transparenz. Außer vielleicht Transparenz mit Fristen.

Man muss sich einmal in einen Behördenleiter hineinversetzen. Da arbeitet man monatelang an einer sorgfältig formulierten Begründung, warum ein Projekt doppelt so teuer wurde wie geplant, und dann kommt irgendein Journalist auf die Idee, die ursprünglichen Unterlagen mal einsehen zu wollen. Das ist ungefähr so respektlos, als würde man beim Zauberer hinter den Vorhang schauen. Dabei lebt die Politik doch von Illusionen. Die Illusion, dass jedes Gutachten völlig ergebnisoffen vergeben wurde. Die Illusion, dass Lobbyisten lediglich zufällig dieselben Formulierungen verwenden wie Gesetzesentwürfe. Und natürlich die Illusion, dass Kostenexplosionen immer völlig überraschend eintreten. So wie Schnee im Januar.

Das Informationsfreiheitsgesetz war da immer ein wenig störend. Es erinnerte Politiker gelegentlich daran, dass sie nicht Eigentümer des Staates sind, sondern eher so etwas wie leitende Angestellte. Zugegeben etwas besser bezahlt, mit Dienstwagen und gelegentlich einem Fotografen und........

© Die Kolumnisten