Schuppen vor den Augen
Vor Jahren las ich mal, dass die alten Ägypter den Kajal, also womit man um das Auge herum die schwarzen Striche zog, als Schutz vor der Sonne trugen. Es klang mir merkwürdig, und irgendwie nicht nachvollziehbar, aber da ich nie dazu gekommen war, tiefer zu graben, was es damit auf sich hat, blieb es einfach so als halb bestätigter und anti-intuitiver Funfact hängen. Als ich mich zu dieser Kolumne zur Sonnenbrille entschied, wollte ich damit anfangen. Aber dass der Kajal ein Vorgänger von Sonnenbrillen ist – das ist nicht nur seltsam, es ist natürlich gleichwohl falsch.
Dreifacher Sonnenschutz im Alten Ägypten
Die alten Ägypter sollen in der Tat diese schwarze Paste in halbdicken Strichen um die Augen herum aufgestrichen haben; und sie hatte auch in der Tat eine Schutzfunktion. Eine mehrfache. Sie war der göttliche Schutz des Ra (des Sonnengottes), der mit dem Vogelkopf, oder die Hieroglyphe mit dem prägnanten Auge. Und sie enthielt Bleisalze, die antiseptische Wirkung haben, und gut gegen Augenentzündungen sind, die in der heißen und hellen Umgebung Ägyptens häufig auftraten. Und der dunkle Film auf der Haut schützte eben ein bisschen gegen die Sonneneinstrahlung, die die feine Haut an der Stelle auch schnell altern ließe. Also irgendwie dreifacher Sonnenschutz, ja. Aber nicht gegen das gleißende Licht, das in die Pupille fällt.
Der fokussierte Inuit
Das wurde geografisch und klimatisch an einem ganz anderen Ort wichtig, nämlich im hohen Norden, in der endlosen schneebedeckten Weite der Polarkreise, wo die Inuit sich aus flachen........
