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„Ich bin gut“

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Wenn ich die Kommentarspalten in den Sozialen Medien durchschaue, dann fallen mir verschiedene Muster und Dynamiken auf. Eines der interessanteren ist das von der moralischen Empörung und dem „MIR kann das niemals passieren“. Eines der unangenehmsten ist mir persönlich das ab und zu auftretende tragische und grausame Phänomen von dem Elternteil, das sein Kind unbeabsichtigt im heißen Auto vergisst und es tot auffindet. Da fährt es mir immer ganz kalt über den Rücken, denn ich bin eben nicht davor gefeit, dass mir so etwas passieren könnte. Ich tendiere zu Automatismen, wenn ich in die Arbeit fahre. Das ist so ausgeprägt, dass mich meine – zum Glück inzwischen erwachsenen Kinder – manchmal daran erinnern, dass ich nicht der gewohnten Route in die Arbeit folge, da wir eben nicht dahinfahren. Und ich kann in Gedanken so vertieft sein, dass ich meine Mitfahrer vergessen kann. Aber offensichtlich gibt es sehr viele Leute, die nicht nur überzeugt sind davon, dass es ihnen niemals passieren kann, sondern auch noch darüber ihr Mitleid für diese Tragik völlig unterdrücken können.

Ein anderes Muster liest man unter Meldungen über „Kinderschänder“, für die anscheinend ganz viele sogar die inhumane Praxis der Todesstrafe wieder einführen wollen. Wenn jemand sich nicht in diesen aufgepeitschten Fluss von Maximalforderungen nach Strafe einreiht, kann er sich schon mal darauf gefasst machen, als Kinderfeind oder gar mit zur Ursache dieser Sexualverbrechen erklärt zu........

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