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Mit Autokorso gegen hohe Benzinpreise demonstrieren: Genau mein Humor

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Wie ein Autokorso gegen Spritpreise unfreiwillig komisch wird

Mit Autokorso gegen hohe Benzinpreise demonstrieren: Genau mein Humor

Ein Autokorso soll auf die hohen Spritpreise aufmerksam machen, doch die Aktion wirkt unfreiwillig komisch. Der Frust über die Kosten ist verständlich, aber der Protest scheint sein Ziel zu verfehlen. Wie effektiv sind solche Aktionen wirklich?

Landkreis Nienburg. Man muss sich diesen Protest auf der Zunge zergehen lassen: Menschen fahren Hunderte Kilometer durchs Land, verbrennen teuren Sprit, sammeln dafür sogar Spenden und wollen damit gegen hohe Benzinpreise demonstrieren. Das ist nicht widerständig, das ist unfreiwillig komisch.

Hohe Benzinpreise: Ein echtes Problem für viele

Dabei steckt hinter dem Ärger ein echtes Problem: Viele Menschen merken jeden Cent an der Zapfsäule, gerade auf dem Land. Dort ist das Auto oft keine bequeme Option, sondern bittere Notwendigkeit. Wer wegen Arbeit oder Kindern auf ein Auto angewiesen ist, kann die aktuell stetig steigenden Kosten nicht einfach wegatmen. Dieser Frust wird jedoch nicht automatisch zu einer überzeugenden politischen Aktion, nur weil man ihn auf die Straße trägt.

Denn dieser Korso setzt das falsche Bild. Er zeigt keinen gezielten Protest, sondern ein Spektakel, das vor allem andere ausbremst: Der Verkehr wird aufgehalten und Straßen belastet, zudem die Polizei gebunden. Und wofür? Für eine Aktion, deren Symbolik schon beim ersten Hinsehen in sich zusammenfällt. Wer gegen hohe Spritpreise kämpft, indem er möglichst viel Sprit verfährt, demonstriert nicht gegen das Problem, sondern illustriert es.

Protest mit Schlagseite: Was wirklich notwendig ist

Noch problematischer wird es, wenn ein solcher Aufruf im rechten Lager Beifall bekommt. Spätestens da müsste allen Beteiligten klar sein, wie schnell berechtigter Alltagsfrust politisch gekapert wird.

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Protest darf laut sein. Er muss stören, um wirksam zu sein. Aber er sollte eine Richtung haben. Dieser Autokorso hat vor allem eine Schlagseite: viel Wut, wenig Wirkung. Wer bezahlbare Mobilität will, benötigt politische Vorschläge. Was er nicht benötigt, ist eine Kolonne, die das eigene Anliegen im Auspuff vernebelt.


© Die Harke