Der Veggie-Burger bleibt: Darum ist das eine gute Entscheidung
Warum die EU beim Veggie-Burger-Verbot endlich Sinn zeigt – Ein Fleischesser kommentiert
Der Veggie-Burger bleibt: Darum ist das eine gute Entscheidung
Ein Schnitzel ohne Fleisch – für manche klingt das wie Verbrauchertäuschung. Tatsächlich verstehen die meisten Menschen im Supermarkt sehr genau, was ein Veggie-Burger ist. Die EU liegt mit ihrem Nein zum Verbot richtig, kommentiert Fleischesser Oliver Hartmann.
Landkreis Nienburg. Die Aufregung um den „Veggieburger“ wirkt im Rückblick erstaunlich konstruiert. Dass die EU ein Verbot solcher Begriffe nun vorerst verworfen hat, ist eine gute Nachricht – besonders für Verbraucherinnen und Verbraucher. Denn die einfache Wahrheit lautet: Niemand wird im Supermarkt von einem Veggieburger in die Irre geführt.
Wer einen Veggieburger kauft, erwartet kein Rindfleisch. Der Begriff beschreibt nicht das Tier im Produkt, sondern seine Form und Verwendung. Burger, Schnitzel oder Wurst sind längst auch kulinarische Kategorien. „Milchkaffee“ ist schließlich auch kein Milchprodukt im engeren Sinne und „Leberkäse“ enthält selten Leber und, falls doch, dann nur zu einem geringen Teil. Unsere Sprache entwickelt sich mit unseren Essgewohnheiten weiter.
Wir leben in einer Zeit, in der die Nachfrage nach pflanzlichen Alternativen zu Fleischprodukten stetig wächst. Da wäre ein Verbot nicht nur lebensfremd gewesen, sondern auch bürokratisch. Hersteller hätten Verpackungen, Marketing und Produktnamen ändern müssen. Das hätte Kosten in Millionenhöhe verursacht. Am Ende hätte das weder Landwirten geholfen noch Verbraucher geschützt.
Die eigentliche Aufgabe der Politik liegt woanders: klare Kennzeichnung. Solange auf der Verpackung deutlich steht, dass es sich um ein pflanzliches Produkt handelt, bleibt kein Raum für Täuschung.
Der Streit um den Veggieburger zeigt vordergründig eines: Manchmal versucht Politik, Probleme zu lösen, die im Alltag gar nicht existieren. Die meisten Menschen verstehen sehr gut, was in ihrem Einkaufswagen landet. Und sie benötigen dafür kein Sprachverbot aus Brüssel.
