Kommission schlägt Großreform vor: Jetzt wird die Rente zur Führungsfrage
Der Druck, unter dem die Rentenkommission in den vergangenen Monaten gestanden hat, war außergewöhnlich, auch nach den Maßstäben des politischen Betriebs, in dem jeder und alles unter höchstem Druck steht. Das Problem, das das Gremium zu lösen hatte, war eigentlich unlösbar. Allerdings nicht im inhaltlichen, sondern im politischen Sinne.
Denn schwierig war in Sachen zukunftsfeste Rente nicht die Erkenntnisfindung, zumindest nicht in erster Linie. Sondern die entscheidende Herausforderung war, sich nicht von politischen Befindlichkeiten davon abhalten zu lassen, ein Paket mit Wumms zu schnüren. Genau das ist der Kommission gelungen. Der Wert, den dieses Geschenk für die schwarz-rote Koalition haben kann, ist kaum zu überschätzen.
Karin Christmann Karin Christmann ist stellvertretende Leiterin der Tagesspiegel-Hauptstadtredaktion und hält den Kommissionsbericht unterm Strich für ein Geschenk an die Regierungskoalition – sie muss es nur annehmen.
Die 13 Mitglieder entwerfen einen konkreten Plan, das Rentensystem grundsätzlich neu aufzustellen. Da ist zum einen die Einsicht, dass die abschlagsfreie Rente nach 45 Versicherungsjahren abgeschafft werden muss. Sie ist sehr teuer und vergrößert den ohnehin dramatischen........
