menu_open Columnists
We use cookies to provide some features and experiences in QOSHE

More information  .  Close

Magyar besiegt Orbán: Die ungarische Rückkehr zur Demokratie wird nicht leicht

25 0
13.04.2026

Ungarn kann aufatmen. Europa kann aufatmen. Oppositionsführer Péter Magyar hat den autoritären Langzeitregierungschef Viktor Orbán klar besiegt.

Er hat sogar die ersehnte Zweidrittelmehrheit im Parlament erreicht. Die wird er als neuer Ministerpräsident auch brauchen, um eine Chance zum wahren Machtwechsel zu haben gegen das tief verwurzelte System aus Seilschaften, das Orbán nach 16 Jahren hinterlässt.

Unter Magyar wird Ungarn nicht weiter ein EU-Land sein, das mehr Rücksicht auf Putins Russland und Xis China nimmt als auf europäische Solidarität, um seine nationalen Interessen durchzusetzen. Er wird sich bemühen, den Regeln der liberalen Demokratie, des Rechtsstaats und der freien Marktwirtschaft wieder Geltung zu verschaffen – nach einer gefühlten Ewigkeit, in der Orbán die „illiberale Demokratie“ propagierte und seit 2010 ein Mafia-ähnliches Geflecht von Abhängigkeiten und Korruption ausbaute.

Christoph von Marschall hat Viktor Orbán im Wahlkampf 1990 als Liberalen kennengelernt und seine Wendung zum Rechtspopulisten seither beobachtet. Er warnt: Die Rückkehr Ungarns zur Demokratie ist unter Péter Magyar noch lange nicht gesichert.

Wie schwierig diese Wende sein kann und wie viele Hindernisse dabei auftauchen, lässt sich in Polen beobachten. Dort hatte sich die rechtspopulistische PiS in nur acht Regierungsjahren von 2015 bis 2023 an Orbán als Vorbild orientiert. Und darf nun auf Rückkehr an die Macht hoffen.

Polen als warnendes Beispiel

Im Herbst........

© Der Tagesspiegel