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Die ungarische Schicksalswahl: Es geht um mehr als einen Regierungswechsel

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10.04.2026

Nicht einmal zehn Millionen Einwohner hat Ungarn. Doch selbst in australischen Zeitungen wird über die Parlamentswahl berichtet, die an diesem Sonntag in dem kleinen EU-Staat stattfindet. Sie als richtungsweisend zu bezeichnen, ist fast noch untertrieben.

Wenn die Ungarn am 12. April abstimmen, geht es um weit mehr als einen möglichen Regierungswechsel. Es geht um die Zukunft des „Systems Orbán“ – um Demokratie versus Autokratie, um Rechtsstaatlichkeit versus staatlich geförderte Korruption, um europäische Einheit versus russische Kriegsführung.

Anja Wehler-Schöck Anja Wehler-Schöck ist seit 2025 Mitglied der Chefredaktion des Tagesspiegels. Sie sagt: Setzt sich das System Orbán in Ungarn erneut durch, wird die externe Einmischung in der EU von Erfolg gekrönt, werden diese Methoden auch andernorts Schule machen. 

In den 16 Jahren seiner Amtszeit als Ministerpräsident hat Viktor Orbán mit seiner Fidesz-Partei den Abbau demokratischer Institutionen systematisch vorangetrieben. Ungarn gilt heute als Paradebeispiel für einen „gekaperten Staat“. Interessiert beobachten Autokraten weltweit, wie dort Gewaltenteilung und Rechtsstaatlichkeit ausgehöhlt wurden.

Der US-Thinktank Heritage Foundation nutzte Ungarn als Blaupause für das........

© Der Tagesspiegel