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Ugandas Militärchef droht mit Kriegseintritt an Israels Seite

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28.03.2026

Ugandas oberster Militärbefehlshaber General Muhoozi Kainerugaba hat in dieser Woche erklärt, sein Land werde in den Nahostkrieg eingreifen, sollte Israel eine Niederlage drohen. „Wir wollen, dass der Krieg im Nahen Osten jetzt endet. Die Welt ist dessen müde. Aber jedes Gerede davon, Israel zu zerstören oder zu besiegen, wird uns in den Krieg bringen – auf der Seite Israels“, schrieb der General auf der Plattform X.

Kainerugaba, der zugleich Sohn des ugandischen Präsidenten Yoweri Museveni ist, setzte in einer Reihe weiterer Beiträge nach. Er bot den USA und Israel die Unterstützung der ugandischen Streitkräfte (Uganda People's Defence Force, UPDF) an. „Wir hätten Teheran in 72 Stunden einnehmen können, ohne zu bombardieren“, behauptete er in einem ebenfalls inzwischen gelöschten Post laut Jerusalem Post, fügte aber hinzu, dass „natürlich niemand auf einen Schwarzen hört“. In einem mittlerweile gelöschten Beitrag erklärte er zudem, eine einzelne UPDF-Brigade würde genügen, um Teheran einzunehmen. Er drohte dem Iran direkt: Sollte Teheran Uganda mit Raketen angreifen, werde man mit eigenen Raketen zurückschlagen.

Die Äußerungen fallen in eine Phase eskalierender Spannungen in der Region. US-Präsident Donald Trump hat Tausende zusätzliche Soldaten in den Nahen Osten entsandt; Spekulationen über eine mögliche Bodenoffensive gegen den Iran nehmen zu.

Kainerugabas Beiträge sorgen für diplomatische Spannungen

Obwohl der General regelmäßig betont, seine Äußerungen auf X spiegelten nicht zwangsläufig die offizielle Haltung des ugandischen Staates wider, werden sie von Analysten häufig als Signal der Regierungspolitik gedeutet, wie die Nachrichtenplattform The New Arab berichtet.

Kainerugabas Beiträge auf X führten bereits zu Spannungen mit Abgeordneten in Washington geführt. Der republikanische US-Senator Jim Risch, Vorsitzender des Senatsausschusses für Auswärtige Beziehungen, warnte laut The New Arab, dass Kainerugabas Äußerungen „eine rote Linie überschritten“ hätten. Eine Überprüfung des Sicherheitskooperationsabkommens zwischen den USA und Uganda stehe im Raum.

Historische Verbindung zwischen Uganda und Israel

Die Solidaritätsbekundungen des Generals stehen im Kontext einer sich vertiefenden Beziehung zwischen Uganda und Israel. Bereits im vergangenen Monat hatte Kainerugaba angekündigt, am Flughafen Entebbe eine Statue zu Ehren von Oberstleutnant Yonatan „Yoni“ Netanjahu errichten zu lassen – dem älteren Bruder des israelischen Premierministers Benjamin Netanjahu. Yoni Netanjahu wurde im jahr 1976 getötet, als er ein israelisches Kommandounternehmen zur Befreiung von rund 100 jüdischen und israelischen Geiseln am Flughafen Entebbe anführte. Kainerugaba veröffentlichte am Donnerstag einen Entwurf der geplanten Statue auf X. Die Skulptur solle genau an der Stelle errichtet werden, an der Netanjahu fiel, so der General.

Premierminister Netanjahu selbst hatte im Jahr 2016 an einer Gedenkfeier zum 40. Jahrestag der Operation am Flughafen Entebbe teilgenommen. „Vor vierzig Jahren landeten sie mitten in der Nacht in einem Land, das von einem brutalen Diktator regiert wurde, der Terroristen Zuflucht gewährte. Heute landen wir bei Tageslicht in einem befreundeten Land“, sagte Netanjahu damals laut der Jerusalem Post.

Beziehungen zwischen Uganda und Israel heute eng

Die Beziehungen zwischen Israel und Uganda sind historisch wechselhaft, haben sich jedoch in den letzten Jahren deutlich verbessert. Während Uganda in den 1960er-Jahren enge Kontakte zu Israel pflegte, brachen diese unter dem ugandischen Diktator Idi Amin in den 70er-Jahren ab. Heute kooperieren beide Länder wieder in Bereichen wie Sicherheit, Landwirtschaft und Technologie. Israel engagiert sich zudem in Entwicklungsprojekten in Uganda, während politische und wirtschaftliche Beziehungen zunehmend ausgebaut werden.

Während Südafrika Israel vor dem Internationalen Gerichtshof des Völkermordes beschuldigt, haben sich zahlreiche andere afrikanische Staaten neutral positioniert oder ihre militärischen und wirtschaftlichen Beziehungen zu Israel sogar ausgebaut. Israel unterhält enge Verbindungen zu mehreren ostafrikanischen Ländern, darunter neben Uganda auch Kenia, Äthiopien und Ruanda.

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