Japans neue Ära: Was der Sieg der Konservativen für die deutsche Wirtschaft bedeutet
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Der deutliche Wahlsieg von Sanae Takaichi und ihrer Liberaldemokratischen Partei (LDP) markiert eine Zäsur in der japanischen Nachkriegsgeschichte. Mit einer potenziellen Zweidrittelmehrheit im Rücken hat die neue Premierministerin ein Mandat erhalten, das weit über reine Innenpolitik hinausreicht. Für die internationalen Finanzmärkte und insbesondere für die europäische Wirtschaft wirft dieser Rechtsruck jedoch drängende Fragen auf: Kann Japan seine massive Staatsverschuldung bei gleichzeitig steigenden Ausgaben und sinkenden Einnahmen noch finanzieren, ohne die Währungsstabilität zu gefährden?
Japans Wirtschaftspolitik stand lange für Kontinuität. Unter Takaichi deutet sich nun ein radikaler Paradigmenwechsel an, der Beobachter an eine aggressive Neuauflage der „Abenomics“ erinnert. Ihr Programm zielt darauf ab, die japanische Wirtschaft durch einen massiven fiskalischen Stimulus aus der Stagnation zu reißen. Dabei verbrennt die Regierung die Kerze von beiden Enden.
Takaichi plant eine Verdopplung des Wehretats weit über das bisherige Ein-Prozent-Ziel hinaus, um Japans „strategische Autonomie“ gegenüber China zu sichern. Zur Bekämpfung der dramatischen demografischen Krise hat........
