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Fünf Meter zum Systemkollaps: Die Wärterin, die Jeffrey Epstein bewachen sollte

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27.03.2026

Der 26. März 2026 sollte eigentlich der Tag sein, an dem Tova Noel ihr Schweigen bricht. Doch wie so oft im Epstein-Komplex kam es anders: Die für diesen Donnerstag angesetzte Befragung vor dem House Oversight Committee in Washington wurde kurzfristig verschoben. Ein neues Datum steht noch nicht fest, doch die Erwartungen an die Aussage der ehemaligen Justizvollzugsbeamtin könnten kaum höher sein.

Noel war nach eigenen Angaben die letzte Person, die Jeffrey Epstein lebend sah, bevor das Metropolitan Correctional Center (MCC) in Manhattan zum Schauplatz eines beispiellosen administrativen Versagens wurde.

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Der privilegierte Milliardär in Zelle 220

Um die Dimension des Falls zu verstehen, muss man zurück auf den Abend des 9. August 2019 blicken. Tova Noel, damals eine junge Berufsanfängerin, führte gegen 22 Uhr die Zählung im L-Tier der Special Housing Unit durch. Epstein saß in Zelle 220, die nur etwa fünf Meter vom Schreibtisch der Wärter entfernt lag.

Die Interaktion zwischen der Beamtin und dem prominenten Häftling war bemerkenswert alltäglich und doch symptomatisch für die Zustände im MCC. Wie Noel........

© Berliner Zeitung