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Nähe, Kontrolle, Verantwortung: Warum BDSM immer beliebter wird

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07.02.2026

Dies ist ein Open-Source-Beitrag. Der Berliner Verlag gibt allen Interessierten die Möglichkeit, Texte mit inhaltlicher Relevanz und professionellen Qualitätsstandards anzubieten.

BDSM gilt vielen als Randphänomen – als etwas, das hinter verschlossenen Türen stattfindet und mit dunklen Klischees belegt ist. Dabei zeigen verschiedene sozialwissenschaftliche Erhebungen seit Jahren, dass Praktiken rund um Dominanz, Unterwerfung oder bewusst erlebten Schmerz für deutlich mehr Menschen eine Rolle spielen, als öffentlich sichtbar wird. Regionale Studien für Berlin existieren bislang nicht, doch internationale Untersuchungen deuten darauf hin, dass BDSM kein isoliertes Subkulturphänomen ist, sondern Teil moderner Beziehungsrealität.

Befragungen aus dem europäischen Raum zeigen, dass ein relevanter Anteil der Bevölkerung zumindest Fantasien oder Erfahrungen mit entsprechenden Praktiken angibt. Die Spannbreite ist groß und hängt stark von der Fragestellung und der Definition ab. Während manche Studien nur explizite BDSM-Praktiken erfassen, zählen andere auch Rollenspiele oder Machtfantasien dazu. Einigkeit besteht jedoch darin: Die tatsächliche Verbreitung ist höher als die Sichtbarkeit im öffentlichen Diskurs.

Warum also bleibt BDSM gesellschaftlich so unsichtbar? Ein Grund liegt in seiner doppelten Tabuisierung. Sexualität gilt noch immer als privates Thema, Abweichungen von der Norm umso........

© Berliner Zeitung