Wechsel bahnt sich an: 1. FC Union Berlin gibt Stürmer in die Schweiz ab
Es ist und bleibt die größte Baustelle im Kader des 1. FC Union Berlin: Im Angriff der Köpenicker gibt es zu wenige Spieler, die das gegnerische Tor treffen. Erfolgreichste Torschützen sind nach 24 Spieltagen Rani Khedira und Ilyas Ansah mit jeweils fünf Treffern. Während Khediras Kernkompetenz als Mann vor der Abwehr eigentlich im Verhindern gegnerischer Torchancen liegt, ist Ansah zwar Stürmer, aber seit Monaten außer Form. Vier Tore erzielte er an den ersten vier Spieltagen, seitdem traf er nur noch beim 3:1-Heimsieg gegen RB Leipzig im Dezember.
Andrej Ilic, Oliver Burke, Wooyeong Jeong, Tim Skarke oder Livan Burcu drängen sich ebenfalls nicht als Torjäger auf, kommen zusammengerechnet gerade auf acht Treffer. Schon seit längerer Zeit ist also klar, dass sich in diesem Mannschaftsteil im Sommer etwas ändern muss.
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Der Blick fällt damit auch automatisch auf die Leihspieler. Marin Ljubicic, im Winter an Zweitligist Fortuna Düsseldorf verliehen, hat bei seinem neuen Klub Startprobleme, lief am vergangenen Wochenende beim 2:1-Sieg gegen Bochum überhaupt erstmals im Fortuna-Trikot auf. Positivere Schlagzeilen kann derzeit Chris Bedia über sich lesen. In 26 Ligaspielen in der Schweiz hat der Ivorer für Young Boys Bern 15 Treffer erzielt und vier weitere vorbereitet.
Seit etwas mehr als einem Jahr ist Bedia schon an den Tabellensechsten der Super League ausgeliehen. In Bern hat er zurück zu der Form gefunden, die ihn im Januar 2024 für den 1. FC Union Berlin so interessant gemacht hatte. Sheraldo Becker (Real Sociedad) und Kevin Behrens (VfL Wolfsburg) suchten mitten in der sportlichen Krise das Weite – Bedia sollte die prominenten Abgänge mit möglichst vielen Toren auffangen.
Dazu kam es letztlich aber nie. Nachdem Union ihn für knapp zwei Millionen Euro von Servette Genf in die Hauptstadt gelotst hatte, kam er nur in sieben Pflichtspielen zum Einsatz. Der damalige Trainer Nenad Bjelica fand keine Verwendung für ihn, auch dessen Nachfolger Bo Svensson setzte nicht auf die Dienste von Bedia. Nach einem halben Jahr in der englischen Championship bei Hull City suchte er erneut auf Leihbasis ein weiteres Mal sein Glück in der Schweiz – mit Erfolg!
Seine aktuell so herausragende Torquote soll die Verantwortlichen im Klub überzeugt haben, die im Leihgeschäft verankerte Kaufoption zu ziehen und den 29-Jährigen fest zu verpflichten. Positiv für Union: Die Ablöse soll bei 2,5 Millionen Euro liegen. Ein finanzielles Verlustgeschäft wäre der Transfer also nicht.
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Die Meldung aus der Schweiz kommt zum jetzigen Zeitpunkt deshalb ein wenig überraschend, weil Bedia zuletzt nur als Joker eingesetzt wurde, nachdem er im Berner Sturm namhafte Konkurrenz bekommen hatte. Gerade erst hatten die Verantwortlichen für drei Millionen Euro Samuel Essende vom FC Augsburg geholt. Im 4-2-3-1-System von Ex-Gladbach-Trainer Gerardo Seoane sollte Essende erstmal gesetzt sein. Offenbar kein Grund für den Klub, im Sommer mit Bedia nicht noch einmal finanzstark nachlegen zu wollen.
Und Union? Da werden Trainer Steffen Baumgart und Manager Horst Heldt ganz genau hinsehen, wer über das Saisonende hinaus weiterhin das Vertrauen bekommen soll, die Torgefährlichkeit zu erhöhen. Die abschließenden zehn Spieltage der laufenden Saison sollten gerade für Spieler wie Burke nochmal als echte Chance angesehen werden, sich für weitere Aufgaben an der Alten Försterei zu empfehlen. Zumal die Köpenicker nach der Niederlage in Mönchengladbach (0:1) und gleichzeitigen Erfolgserlebnissen der Konkurrenz im Abstiegskampf immer noch unter Zugzwang stehen und jeden Punkt benötigen.
