Die Stimmen zum Union-Sieg: „Davon habe ich als kleiner Bub geträumt“
Der Auswärtssieg beim SC Freiburg hatte für Spieler und Trainer des 1. FC Union Berlin erlösenden Charakter. Nach der Partie sprachen nicht nur die Trainer auf der Pressekonferenz, sondern Tom Rothe und Matheo Raab in der Mixed Zone. Rothe hatte nach längerer Verletzungspause sein Comeback gefeiert, Raab stand erstmals in der Bundesliga zwischen den Pfosten.
Tom Rothe: Es hat sich heute richtig gut angefühlt. Nach so langer Verletzungspause macht es einfach unheimlich Spaß, wieder mit der Mannschaft auf dem Platz zu stehen. Umso schöner, dass wir dann am Ende auch noch gewonnen haben. In dem Spiel steckte für uns heute eine ganze Menge Druck. Wir haben das aber sehr gut angenommen, gekämpft und am Ende diesen Lucky-Punch gesetzt. Im Endeffekt hofft man darauf, dass zum Ende hin vorne noch einer durchrutscht, dass diese eine Chance noch kommt. Entscheidend war aber, dass wir heute wieder die Energie auf den Platz bekommen haben, die uns in den letzten Wochen teilweise gefehlt hat.
Matheo Raab: Für mich ist heute ein Kindheitstraum in Erfüllung gegangen. Davon habe ich als kleiner Bub geträumt. Es war ein langer Weg, aber heute ist es scheißegal, wie lange der Weg war – es hat sich gelohnt. Meine Freunde und meine Familie haben einen riesigen Anteil daran, dass ich heute hier stehen darf. Ich habe hoch in den Block geguckt, meine Familie war da. Ich habe erst gestern erfahren, dass ich spielen werde, habe zum Glück noch ein paar Tickets organisiert bekommen. Meine Schwester und Freundin konnten so kurzfristig leider nicht, die haben von zuhause die Daumen gedrückt. Die Mannschaft hat es mir heute sehr einfach gemacht, richtig reinzukommen. Als es sich unter der Woche angebahnt hat, dass ich heute spielen könnte, kam niemand zu mir und hat dreimal gefragt, ob ich mir das zutraue. Ich genieße ein riesiges Vertrauen und das wollte ich unbedingt zurückzahlen.
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Steffen Baumgart (auf der Pressekonferenz): Wir haben ein sehr umkämpftes Spiel gesehen mit ein bis zwei größeren Umstellungen bei uns, die wir sehr gut gemeistert haben. Wir haben es heute sehr lange sehr gut verteidigt, haben wenige Torchancen des Gegners zugelassen und uns ein wenig das Glück erarbeitet, das wir vorher oft nicht hatten. Ich sehe uns nicht als die Mannschaft, die als verdienter Sieger den Platz verlässt. Wir haben letztlich den Lucky-Punch gesetzt, aber es hätte auch genau andersherum sein oder 0:0 ausgehen können – da wäre ich auch nicht unzufrieden gewesen.
Julian Schuster (auf der Pressekonferenz): Es war das erwartete Spiel, sehr umkämpft, wie es gegen Union immer ist. Meine Mannschaft hat die Zweikämpfe angenommen, viel besser als noch am vergangenen Donnerstag (bei der 0:1-Niederlage in der Europa League in Genk; Anm. d. Red.). Es ist für den Moment sehr hart und sehr enttäuschend, aber ich weiß, dass Niederlagen auch Chancen bieten können. Es ist eine Möglichkeit, dass wir als Mannschaft in dieser Phase noch enger zusammenrücken.
