1. FC Union Berlin: Droht den Köpenickern bei den Bayern eine Benachteiligung?
Eigentlich hätte die Welt des 1. FC Union Berlin zu Beginn der Woche völlig in Ordnung sein müssen. Mit 1:0 hatten die Köpenicker durch ein ganz spätes Tor von Wooyeong Jeong beim SC Freiburg gewonnen, sich damit schon mutmaßlich aller Abstiegssorgen entledigt. An den abschließenden acht Spieltagen müsste schon eine Menge gegen Union laufen, dass die Mannschaft von Trainer Steffen Baumgart nochmal ernsthaft in den Tabellenkeller rutscht.
Horst Heldt hatte trotzdem Bauchschmerzen. Ungeachtet der deutlich verbesserten sportlichen Ausgangssituation, blickte der Manager mit Sorge in Richtung München. Viel mehr in Richtung der Verantwortlichen des FC Bayern, die am Wochenende alles andere als zufrieden mit der Schiedsrichterleistung beim Gastspiel in Leverkusen (1:1) waren.
Wenn der Schmerz zweitrangig ist: Union-Held Matheo Raab und seine Vorgänger
Der 1. FC Union Berlin kann für ein achtes Erstligajahr planen
Der Unparteiische Christian Dingert hatte beispielsweise zwei Platzverweise gegen den Rekordmeister verhängt, Nicolas Jackson mit glatt Rot und Luis Díaz mit Gelb/Rot frühzeitig vom Platz geschickt. Ehrenpräsident Uli Hoeneß war besonders deutlich geworden: „Das war die schlechteste Leistung eines Schiedsrichter-Teams, die ich je bei einem Bundesligaspiel erlebt habe!“
Heldt gab nun zu Bedenken, dass die Aussagen von Hoeneß und Co. für Union beim anstehenden Gastspiel in der bayrischen Landeshauptstadt (Sonnabend, 15.30 Uhr) zum Nachteil werden könnten. „Das ist einfach gegenüber den anderen Wettbewerbern nicht in Ordnung. So ein Ausmaß. Und wir werden nächste Woche die Leidtragenden sein“, prophezeite der 56-Jährige bei Sky. Zwar hatte es von allen Seiten insbesondere wegen der Hoeneß-Aussage auch Kritik an den Darstellungen des Champions-League-Achtelfinalisten gegeben, trotzdem könnte das Schiedsrichtergespann am Wochenende laut Heldt beeinflusst worden sein.
Jackson und Díaz fehlen gesperrt, Schäfer auch
„Das hat einfach einen anderen Aufschlag, wenn Bayern sich öffentlich zu solchen Themen äußert. Es gibt immer Situationen, in denen sich Vereine über Entscheidungen ein Stück weit aufregen. Da kann ich mich auch nicht rausnehmen. Aber das, was da gerade stattfindet, ist kein Vergleich“, wetterte Heldt, der in dieser Saison in der Tat selbst schon mehrfach darauf hingewiesen hatte, mit Schiedsrichterleistungen nicht einverstanden gewesen zu sein.
Immerhin: Jackson und Díaz werden mit Sperren definitiv nicht zur Verfügung stehen. Auf der Gästeseite wird András Schäfer nach seiner Roten Karte aus dem Spiel gegen Bremen (1:4) weiterhin gesperrt fehlen. Leopold Querfeld, der beim Sieg in Freiburg wegen seiner fünften Gelben Karte fehlte, ist wieder dabei.
