Grün, bitte: Wo wir Gen‑Zler in Berlin am liebsten unseren Matcha trinken
Meinen ersten Matcha habe ich – ganz ehrlich – nur deshalb probiert, weil es gerade Trend war. Man will ja schließlich seine Gen-Z-Pflichten erfüllen. Bahnbrechend fand ich ihn damals nicht, aber auch nicht schlimm genug, um es bei einem Versuch zu belassen. Also wurde hier und da mal ein Grüntee-Latte bestellt, dann noch einer – bis das Ganze irgendwann zum Ritual mutierte. Inzwischen ist es so weit, dass mir Familienmitglieder regelmäßig Fotos schicken, sobald irgendwo etwas Neues auftaucht, das auch nur entfernt grün aussieht und als Matcha vermarktet wird.
Weil es nicht nur mir so geht, führt gefühlt fast jedes Café in Berlin mittlerweile das Getränk auf seiner Karte – den Anspruch, wirklich guten Matcha zu servieren, haben sie allerdings nicht alle. Bei diesen Berliner Adressen bekommen Sie hochwertigen Matcha, der entgegen mancher Behauptungen überhaupt nicht nach Gras schmeckt.
Kleine Auszeit: Soi und Co.
Das Soi and Co in Mitte ist der ideale Ort, um kurz der Hektik zu entfliehen: Der helle, fast meditative Raum mit seinen warmen Naturmaterialien und den raumhohen Bambuselementen bietet dafür die perfekte Kulisse.
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In der gläsernen Auslage stehen akkurat zu Würfeln geformte Küchlein – die Cheesecakes basieren auf Tofu, was zunächst gewöhnungsbedürftig klingen mag, geschmacklich aber kaum auffällt. Varianten gibt es etwa mit schwarzem Sesam oder Matcha. Alternativ stehen auch Tiramisu mit Kaffee- oder dem Grünteepulver auf der Karte. Abgerundet wird das – natürlich – von einem Matcha, besonders gut mit der Sojamilch aus eigener Produktion.
Soi & Co. Linienstraße 205, 10119 Berlin. Mo–So 12–19 Uhr. www.instagram.com/soiandco/
Grün ist Programm: Matchasome
Grüne Theke, grüne Decke, grüne Wände: Dass sich bei Matchasome an der Torstraße alles um das fein gemahlene Grünteepulver dreht, ist kaum zu übersehen. Statt der üblichen Lattes gibt es hier nahezu jede erdenkliche Variante des Trendgetränks. Auf der Karte stehen etwa der „Beauty Matcha“ mit Kollagen, Hyaluron und Vanille oder der „London Fog Matcha“ mit hausgemachtem Earl-Grey-Sirup.
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Alternativ lassen sich die Drinks auch individuell verfeinern, etwa mit Proteinpulver, Spirulina oder Vitamin D. Seit April 2025 gibt es zudem einen zweiten Standort am Maybachufer – damit Sie auch ja auf ihren täglichen Bedarf an Matcha kommen.
Matchasome. Torstraße 68, 10119 Berlin. Mo–Fr 9–18 Uhr, Sa u. 11–18 Uhr. www.matchasome.com
Kleines Feines: Café Komine
Das Café Komine wirkt von außen unscheinbar – fast kann man daran vorbeilaufen, wenn man nicht genau hinsieht. Die französisch-japanische Patisserie bietet nämlich nicht nur Matcha in flüssiger Form, sondern vor allem kleine Törtchen, bei denen mit dem Grünteepulver nicht gespart wird: Ob eine japanische Interpretation des San-Sebastian-Cheesecakes oder ein Törtchen mit Matcha-Mousse und einem Kern aus schwarzer Sesamcreme, Sesambiskuit und Sesam-Mandel-Krokant – ein kleines, aber feines Sortiment, das zeigt, wie präzise und raffiniert hier mit Aromen gearbeitet wird.
Café Komine. Welserstraße 13–15, 10777 Berlin. Sa u. So 12–18 Uhr. www.cafekomine.de
Kai Matcha House: Traditionelle Zubereitung, neuer Geschmack
Im Kai Matcha House wird die Zubereitung nicht dem Zufall überlassen: Wer glaubt, mit Besen und Bambuslöffel zu Hause mithalten zu können, merkt schnell seinen Irrtum. Wie bei einer Teezeremonie wird das Wasser im gusseisernen Kessel auf rund 80 Grad gehalten – die Temperatur, bei der Matcha sein volles Aroma entfaltet, ohne bitter zu werden –, dann werden Pulver und Wasseranteil exakt abgewogen.
Tradition trifft hier allerdings auf neue Kombinationen wie Yuzu-Ingwer-Tee oder einen Salted-Caramel-Latte. Wer die Zeremonie zu Hause fortführen möchte, kann sich den hauseigenen Ceremonial Matcha mitnehmen. Außerdem gibt es Hojicha, einen gerösteten Grüntee mit nussig-mildem Geschmack, der eine sanftere, weniger herbe Alternative bietet.
Kai Matcha House. Eberswalder Str. 2, 10435 Berlin. Di–So 11–18 Uhr. www.instagram.com/kaimatchahouse/
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Kasuteira: Grüner wird’s nicht
In der Kerb Food Hall am Potsdamer Platz findet sich das Kasuteira – die Anlaufstelle für alle, denen ein Latte nicht genug ist. Gegründet 2018 in Kiew, steht die Marke für japanisch inspirierte Patisserie mit hochwertigem Matcha. Auf der Karte stehen Desserts wie Brownies und Trüffel mit dem Grünteepulver oder die „Wruna“, ein zarter Matcha-Crêpe mit Mascarpone und Himbeere.
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Neben der hierzulande verbreiteten Variante mit Milch gibt es auch Matcha Usucha, also die traditionelle Zubereitung als Tee, sowie Sencha. Verwendet wird ausschließlich Pulver aus der Region Uji bei Kyoto, die für besonders feine, aromatische Teeblätter bekannt ist.
Kasuteira in der Kerb Food Hall. Potsdamer Str. 2, 10785 Berlin. Di–Fr 12–21 Uhr, Sa 11–21 Uhr, So 11.30–21 Uhr. www.kasuteira.de
