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Stalking-Terror nach Trennung: „Ich habe nur noch geweint und mich hilflos gefühlt“

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07.01.2026

Dies ist ein Open-Source-Beitrag. Der Berliner Verlag gibt allen Interessierten die Möglichkeit, Texte mit inhaltlicher Relevanz und professionellen Qualitätsstandards anzubieten.

„Anfang 2025 hatte ich eine Beziehung zu einem Mann, den ich über Tinder kennenlernte. Sehr gebildet und in der Öffentlichkeitsarbeit tätig“, erzählt Beate Hegemann aus Dortmund. (Der Kontakt zu Betroffenen wurde über eine Selbsthilfegruppe hergestellt, Name und Herkunft wurden auf Wunsch geändert, d. R.) Die 44-Jährige, die eine führende Position in einer sozialen Einrichtung bekleidet, zog allerdings bereits nach wenigen Wochen die Reißleine, da sie vermehrt narzisstische und anderweitig auffällige Verhaltensweisen vernahm.

„Er stellte mich bereits nach dem zweiten Treffen vor die Wahl zwischen ihm und meinen langjährigen Freunden. Es folgten völlig empathielose Reaktionen auf mein Haustier oder abwertende Bemerkungen über meine Figur. Zudem betrieb er schlimmstes Gaslighting, indem er ständig an meiner Wahrnehmung zweifelte und so tat, als würde ich mir sein Fehlverhalten bloß einbilden“, erzählt Hegemann. Als sie dem neuen Partner die Trennung erklärte, wurde schnell deutlich, dass er keinen Schlussstrich akzeptieren würde. Für Hegemann begann ab diesem Zeitpunkt eine psychische Zerreißprobe: Denn ihr Ex-Partner begann, sie zu stalken.

Ein Martyrium, mit dem die Dortmunderin jedoch nicht alleine ist. Im Jahr 2024 wurden in Deutschland rund 24.700 Stalking-Fälle polizeilich registriert. Von einer höheren Dunkelziffer ist laut Experten definitiv auszugehen, da viele Opfer den Weg zur Polizei aus Scham oder Angst meiden. Studien zu Stalking in Deutschland ergaben, dass rund zehn Prozent der Bevölkerung in ihrem Leben einmal Opfer von Stalking werden. Mit über 80 Prozent sind überwiegend Frauen betroffen. Auffällig ist dabei: Fast alle von ihnen werden von Männern gestalkt.

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Immer wieder kam es vor, dass Geschenke mit Briefen an der Türklinke von Beate Hegemann hingen. „Es schrieb darin, dass er sich häufig in der Nähe meiner Wohnung aufhalte, da es ihm dann besser ginge.“ Einmal sah sie ihn sogar vom Fenster aus an der Straße spazieren. Nur wenige Tage später entdeckte sie, dass ihr Auto zerkratzt und ihr Moped beschädigt worden war. Zu einer weiteren Ausartung sollte es folglich Anfang Sommer kommen. „Er schrieb........

© Berliner Zeitung