Großrazzia nach Blackout in Berlin: Mann aus München im Visier der Fahnder
Es ist Dienstagmorgen, als zahlreiche Polizeifahrzeuge vor der „anarchistischen Bibliothek“ Kalabalik in der Reichenberger Straße 63a in Kreuzberg halten und das Gelände rund um den Altbau mit Flatterband absperren.
Ein großes Transparent hängt über dem Eingangstor. „Der Görli bleibt auf“, ist darauf zu lesen. Wobei der letzte Buchstabe fehlt. Vermummte Polizeibeamte steigen aus den Wagen – insgesamt sind es rund 40 Beamte. Als sie das Schloss an der vergitterten Tür aufbrechen und im Laden verschwinden, haben sie einen Durchsuchungsbeschluss dabei.
Die Mannschaftswagen der Polizei stehen in zwei Reihen in der Straße, sodass es zu massiven Verkehrsbehinderungen kommt. Autofahrer haben es schwer, mit ihren Fahrzeugen den Bereich zu passieren. Besonders betroffen sind Linienbusse.
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Immer wieder verlassen Polizisten das mit Plakaten beklebte Gebäude. Im Laufe des Vormittags tragen sie zwei Kartons, einen Laptop sowie einen Datenträger hinaus, die sie im Wagen deponieren. Es sind Beweismittel, die die Ermittler sichergestellt haben.
Die Bibliothek Kalabalik ist an diesem Tag eines von insgesamt 17 Objekten, die bei einer groß angelegten Razzia in mehreren Bundesländern im Auftrag der Berliner Generalstaatsanwaltschaft durchsucht werden. Allein 14 Geschäfte, Wohnungen und Büros sind es in der Hauptstadt.
Der Einsatz laufe gegen vier Beschuldigte, die im Verdacht stehen, vor einem halben Jahr den schweren Brandanschlag auf die Stromversorgung des Technologieparks Adlershof begangen zu haben, teilt ein Sprecher der Behörde mit.
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Es war eine Tat mit verheerenden Folgen: Nach dem Brandanschlag am 9. September vorigen Jahres auf zwei Strommasten waren zeitweise rund 50.000 Privathaushalte in den Stadtteilen Alt-Johannisthal, Altglienicke, Adlershof, Grünau, Oberschöneweide, Spindlersfeld und der Brandenburger Gemeinde Schönefeld ohne Strom und Warmwasser. Auch in 2000 Gewerbebetrieben ging das Licht aus,........
