menu_open Columnists
We use cookies to provide some features and experiences in QOSHE

More information  .  Close

Traumtor von Anna Weiß reicht nur fast: Union verliert in Freiburg zwei Punkte

14 296
14.02.2026

Wieder war es ein Treffer nach Standard. Ob dieser Eckball vom 1. FC Union nun genau so gewollt war oder nicht: Anna Weiß wird nicht willkürlich am rechten Strafraumeck gelauert haben. Als Lisa Heiselers Flanke also zunächst abgewehrt wurde, sprang der Ball zur Rechtsverteidigerin, die sich ein Herz nahm und einfach mal abschloss. Sehr zum Jubel ihrer Mitspielerinnen hämmerte sie den Ball links oben in den Torwinkel der Freiburgerinnen.

Beim 1:1 (1:0) in Freiburg sah es lange danach aus, als ob dieser Treffer zum Sieg für die Eisernen reichen würde. Union schien zu diesem Zeitpunkt, eine Viertelstunde war gespielt, gerade erst in diesem Bundesligaspiel anzukommen. Im Dreisamtstadion mussten sie zunächst den Druck der Gastgeberinnen aushalten, was ihnen gut genug gelang. Das Heft des Handelns nicht selbst in den Händen halten zu müssen, schien den Eisernen gar entgegenzukommen. Ganz anders als zuletzt in Essen und zuhause bei der Schmach im Stadion An der Alten Försterei gegen Jena durften die Unionerinnen sich darauf konzentrieren, den Ball vom eigenen Tor fernzuhalten und auf Kontermöglichkeiten zu warten. Sie durften eben spielen wie ein Aufsteiger gegen einen etablierten Bundesligisten.

Kein Heimsieg seit Oktober: „Festung Alte Försterei aktuell kein Thema“

Aus der Women's Super League zum 1. FC Union in die Bundesliga: „Bist du dumm?“

Zu diesem Bilde passt dann auch der vierte Treffer nach Ecke oder Freistoß im vierten Spiel seit dem Trainingslager in Spanien, wo jene ruhenden Bälle trainiert wurden. Die Unionerinnen verdankten es dieser Arbeit, mit einer 1:0-Führung in die Pause gehen zu dürfen. Fast hätte es da sogar 2:0 aus ihrer Sicht gestanden. Dina Orschamnn bekam in Minute 31 wohl zu viel Zeit zum Nachdenken im Strafraum der Breisgauerinnen. Das lange Eck wäre frei gewesen, Orschmann entschied sich jedoch für den Tunnelversuch und scheiterte damit an Freiburgs Torhüterin Rebecca Adamczyk. Das Problem der Chancenverwertung zieht sich also weiter durch die Spielzeit. Beschweren durften sich die Eisernen über den Halbzeitstand trotzdem wohl kaum in Anbetracht der statistischen Überlegenheit der Gastgeberinnen in nahezu jeder Kategorie.

Doch Zahlen allein, das erlebten die Unionerinnen in der Vorwoche selbst, bringen wenig, solange sie nicht zu Toren führen. Und Union wurde in der zweiten Hälfte sogar selbst aktiver, sammelte mehr Abschlüsse als die Freiburgerinnen – der falsche Ansatz? Die Gastgeberinnen warfen in der Schlussphase alles nach vorne und fanden durch ein Tor von Svenja Fölmli in der 85. Minute noch den Ausgleichstreffer.


© Berliner Zeitung