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Textildiscounter Kik schließt 50 Filialen – Hunderte weitere Standorte unter Beobachtung

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16.02.2026

Der Textildiscounter Kik mit Sitz im nordrhein-westfälischen Bönen wird im ersten Quartal 2026 europaweit rund 50 Filialen schließen, davon 25 in Deutschland. Das bestätigte eine Unternehmenssprecherin gegenüber mehreren Medien. Gleichzeitig plane Kik im selben Zeitraum neun Neueröffnungen, darunter eine in Deutschland.

Als Gründe nannte das Unternehmen ein härter umkämpftes Marktumfeld, anhaltende Kaufzurückhaltung der Kunden sowie zeitweise gestörte Lieferketten. „Diese Veränderungen stellen die gesamte Branche vor erhebliche Herausforderungen und gehen an Kik nicht spurlos vorbei“, so die Sprecherin. Der Großteil der mehr als 4.200 Filialen in 14 europäischen Ländern arbeite weiterhin profitabel.

Konzern versucht Belegschaft zu beruhigen

Welche Standorte konkret betroffen sind, teilte Kik bislang nicht mit. „Wir bitten um Verständnis, dass wir auf einzelne Standorte aktuell nicht eingehen können“, erklärte das Unternehmen.

Betroffene Beschäftigte versuchte Kik zu beruhigen: „Die Mitarbeitenden in unseren Filialen müssen sich nicht um ihren Job sorgen." Wegen des dichten Filialnetzes könne man „in der Regel“ eine Weiterbeschäftigung anbieten. Konkrete Zahlen zu möglichen Versetzungen oder Entlassungen nannte der Discounter jedoch nicht.

Bis zu 400 Filialen gelten als Sorgenkinder

Die 50 Schließungen könnten allerdings erst der Anfang sein. Laut Branchenberichten stehen europaweit bis zu 400 Standorte unter verschärfter Beobachtung. Allein in Deutschland sollen rund 170 Filialen Verluste schreiben oder sich an der Grenze zur Verlustzone bewegen. Kik selbst sprach davon, seit 2025 einen „Prozess der langfristigen Portfoliobereinigung“ zu verfolgen, um das Unternehmen zukunftssicher aufzustellen. Dieser Optimierungsprozess erstrecke sich über die kommenden Jahre.

Neben Schließungen setzt das Management auch auf verkürzte Öffnungszeiten. Filialen mit schwacher Kundenfrequenz sollen künftig etwa später öffnen oder früher schließen, um Personalkosten zu senken. Solche Anpassungen habe es in der Vergangenheit bereits saisonal gegeben, erklärte die Sprecherin.

Mäßige Geschäftszahlen

Die Umsatzentwicklung des Mutterkonzerns Tengelmann unterstreicht die schwierige Lage: Für das Geschäftsjahr 2023 wies er einen Umsatz von 2,428 Milliarden Euro aus, für das Folgejahr erwartet Kik lediglich einen minimalen Anstieg auf 2,430 Milliarden Euro. Laut dem Handelsverband Deutschland rechnen 49 Prozent der befragten Händler 2026 mit sinkenden Umsätzen gegenüber dem Vorjahr.

Kik wurde 1994 gegründet, beschäftigt europaweit mehr als 32.000 Mitarbeiter und ist eine hundertprozentige Tochter der Tengelmann-Gruppe. Aus Gewerkschafts- oder Betriebsratskreisen liegen bisher keine öffentlichen Einschätzungen zu den tatsächlichen Beschäftigungsperspektiven der betroffenen Mitarbeiter vor.

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