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Des deutschen Adlers schwacher Sohn: Neues Geflügeldrama im Deutschen Theater

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23.04.2026

Ein bisschen Plattdeutsch zu verstehen, ist nicht schlecht bei Caren Jeß. Aber auch nicht zwingend. Denn die Figuren schnacken zwar, wie ihnen die Schnäbel gewachsen sind. Aber alles, was sie in den kleinen Dramoletten so nebenbei von sich geben, wird auch immer schnell wieder übersetzt ins Zuschauerfreundliche. Der titelgebende „Bookpink“ zum Beispiel meint natürlich den Buchfinken und wird im Vorwort gleich mit der ganzen Stückidee samt Großmutter der Autorin vorgestellt.„Vorwort zum Stück“? Richtig gelesen. In der Dramenwelt der Autorin Jeß aus Eckernförde ist eigentlich alles ziemlich „snaaksch“ oder „afsünnerlich“, also: sonderbar. Jedes ihrer Stücke ist im Grunde zuerst einmal Erzählung, gespickt mit Kommentaren aus dem Off, vielen kleinen Fachvorträgen wissenschaftlicher und politischer Art, angereichert mit Zitaten und Anmerkungen, wie es sich für eine schreibende Akademikerin gehört.


© Berliner Zeitung