Kino & Serie: Einfach eine andere Art, Geschichten zu erzählen
Fast 100 Bücher wurden von Verlagen oder Agenturen bei den Internationalen Filmfestspielen Berlin eingereicht, ausgewählt wurden genau zehn. Sie werden am Montag bei Books@Berlinale im besten Licht präsentiert, auf dass Produzenten und Regisseurinnen den Filmstoff darin erkennen. Mit dabei ist der Roman „Oberammergau“ von Robert Löhr. Da interessiert die Frage an den Autor: Können Sie sich Ihren Roman im Kino vorstellen?
Robert Löhr: Ich bin überrascht und froh, dass ich da angenommen wurde. Es ist ja erst einmal ein Qualitätsurteil für den Roman. Ob es automatisch zu einer Verfilmung führt, da will ich mir nicht allzu sicher sein. Ursprünglich habe ich mir diesen großartigen Stoff tatsächlich in Bildern gedacht. Es geht um die Entstehung der Passionsspiele von Oberammergau, um das Pestgelübde vor bald 400 Jahren, Gott zu Ehren mit dem ganzen Ort Theater zu spielen. Ich wollte eine Streaming- oder Fernsehserie daraus machen und hatte das schon gut durchgeplottet. Aber die Pläne zerschlugen sich, weil es recht aufwendig geworden wäre: das historische Setting mit Dreißigjährigem Krieg und den Alpen und einem großen Cast.
Vom Sinn des Smalltalks
Der Stoff hat mich nicht losgelassen, insbesondere die Charaktere nicht, sodass ich dachte, das darf nicht einfach in der Schublade verschwinden. Also habe ich mich auf die Suche nach einem Verlag gemacht, und da hat glücklicherweise Piper angebissen. So kam es zu diesem Roman, gar nicht mal so dick, 480 Seiten, das Cover zeigt angemessen die Alpen, ab 27. Februar ist er im Handel.
Berlinale trifft Literatur: Hatten Sie beim Roman-Schreiben Bilder im Kopf?
Constanze Neumann, was für eine Italienerin ist Alma?
Es ist nicht ganz unüblich, dass Drehbuchautoren Romane schreiben. Im günstigen Fall lesen sich Regisseure oder Produzenten daran fest. Dass mein „Oberammergau“ durch Books@Berlinale den Weg auf die Leinwand finden könnte, ist geradezu kurios. Denn meinen ersten Roman „Der Schachautomat“ hatte ich auch ursprünglich als Drehbuch geschrieben, es war mein Abschlussprojekt an der Filmhochschule. Bei meinem allerersten Berlinale-Empfang vor etwa 20 Jahren stand ich mit einem Sektglas in der Hand herum, und ein Mann fragte mich: Was machen Sie denn so? Ich habe gesagt, ich schreibe Drehbücher, und habe ihm von dem Stoff erzählt. Dann sagte er, das wäre ja auch ein toller Roman, ich bin übrigens Verleger. So sind wir zusammengekommen. Deswegen weise ich Neulinge gern darauf hin, wie wichtig es ist, sich bei der Berlinale herumzutreiben.
