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„Es fehlt an allem“: Wie Online-Ärzte im Iran helfen wollen und an der Ohnmacht verzweifeln

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17.01.2026

Die Berliner Psychotherapeutin Diana Jahandar Lashki benutzt die Atemtechniken derzeit selbst gelegentlich, die sie traumatisierten Patienten als Akuthilfe bei einer Panikattacke vermittelt. Sie erreichen in Schnipseln grauenvolle Nachrichten aus dem Iran.

Sobald ein Unterstützer des Mediziner-Netzwerks Parsimed im Iran über Elon Musks Satellitennetzwerk Starlink Zugang zum Internet hat, fluten Momentaufnahmen aus den überfüllten Kliniken des Landes die Chatgruppe des Netzwerks iranischstämmiger Ärzte aus verschiedenen deutschen Regionen. Das reguläre Netz und die meisten Telefonverbindungen in den Iran sind seit über einer Woche blockiert.

Die Starlink-Verbindungen halten oft nicht lange, schildert Lashki. Tatsächlich scheint es den iranischen Behörden gelungen zu sein, Starlink zumindest teilweise zu blockieren. Den Ärzten von Parismed bleibt nichts übrig, als für unbestimmte Zeit auf das nächste Puzzlestück an schwer zu ertragenden Informationen zu warten. Das lückenhafte Bild ist entsetzlich genug.

In der letzten Nachricht aus dem Iran an die Gruppe sei davon die Rede gewesen, dass Bewaffnete in Teheran Patienten in den Betten erschossen hätten, schildert Lashki. Das Reinigungspersonal der Krankenhäuser komme nicht mehr nach, das Blut in den Gängen wegzuschrubben. Es mangele an Personal, an Medikamenten und an Zeit, den nächsten Verwundeten zu behandeln. „Die Kliniken werden mit der Lage nicht mehr fertig. Es fehlt an allem“, sagt Lashki.

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© Berliner Zeitung