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Was tun, wenn ein Präsident wie ein Terrorist klingt?

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14.04.2026

Was tun, wenn ein Präsident wie ein Terrorist klingt?

Wir haben uns daran gewöhnt: Donald Trump verschiebt nahezu täglich die Grenze des Sag- und Machbaren. Warum wir uns dem nicht ergeben müssen.

Jetzt hat sich Donald Trump also mit Jesus verglichen und Papst Leo als von seinen Gnaden bezeichnet. Kirchliche Würdenträger reagieren entsetzt, der Rest zuckt mit den Schultern: Na und?

Wann immer der US-Präsident sich äussert, gibt es zwei Arten von Reaktion: Die einen versuchen, Trumps Entgleisungen, Angriffe und absurde Behauptungen auszublenden: ein neuer Aufreger, der ihm Schlagzeilen beschafft - was solls? Die anderen erliegen der «Faszination des Grauens» oder, wie es in der klinischen Psychologie heisst, der Angstlust. Es ist wie in einem Horrorfilm oder beim Beobachten eines Unfalls: Es ist furchtbar, gleichzeitig kann man einfach nicht wegsehen. Doch selbst bei dieser Reaktion bleibt nach dem ersten ungläubigen, genervten, angewidertem Staunen nur ein «henusode».

Die Welt hat sich so sehr an den skandal(aus)lösen(den) US-Präsidenten gewöhnt, dass immer häufiger die Gleichgültigkeit obsiegt. Sogar dann, wenn dieser Präsident tönt wie Osama bin Laden. Der Vergleich ist ungeheuerlich und doch auch ungeheuerlich treffend: Seit Adolf Hitler 1939 die «Vernichtung der jüdischen Rasse........

© Aargauer Zeitung