Es gibt keine gefährlichen Hunde-Rassen
Es gibt keine gefährlichen Hunde-Rassen
Die Problematik bei Beissvorfällen liegt stets am anderen Ende der Leine. Das schreibt Gastautor Roman Huber.
Bei den Beissstatistiken liegen eigentlich Schäferhunderassen vorne. Im Bild: ein Deutscher Schäferhund.
Rasselisten oder Verbote gibt es in der Schweiz seit 2003 (Basel-Landschaft). Stand heute: 13 Kantone haben ihr eigenes Listenhunde-Verzeichnis mit Auflagen, Zürich, Freiburg, Genf und Wallis sogar Rassenverbote.
Der Begriff «Kampfhund» tauchte in der Schweiz nach dem tragischen Beissvorfall in Oberglatt (2005) in der Boulevard-Presse auf. Inzwischen wird das Konstrukt nicht nur in den Medien, sondern auch in der Politik benutzt. Weder aus genetischer noch aus neurologischer oder verhaltensmedizinischer Sicht existiert eine Begründung dafür, mittels Rasselisten oder Verboten die Zahl von Hundebissen reduzieren zu können.
Wissenschaftlich längst widerlegt
In Deutschland setzen sich diese Erkenntnisse langsam durch. So haben einige Bundesländer ihre Rasselisten wieder abgeschafft. Anlass dazu gaben wissenschaftliche Studien und Analysen von Beissvorfällen.
Der «Kampfhund»-Mythos hält sich zwar hartnäckig. An der Spitze dieser Listen figurieren American Pit Bull Terrier, American Staffordshire Terrier, Staffordshire Bullterrier oder American Bully. Sie wurden vor längst vergangenen Zeiten auch für Hundekämpfe gezüchtet. Interessant: Sie wurden genetisch zwar auf ihre Kampffähigkeit gegen Tiere selektiert, aber auch anti-selektiert auf Menschen-Aggression – damit sie ja nie den Kampfrichter angriffen. Mit der Gendrift hat sich längst eine genetische «Kampfhund»-Veranlagung ausgeschlichen.
Roman Huber........
