Warum Jugendliche ihre Sorgen lieber der KI erzählen
Warum Jugendliche ihre Sorgen lieber der KI erzählen
Sie ist immer da, hört zu und widerspricht kaum: Für junge Menschen wird KI zunehmend zum emotionalen Gegenüber. Das kann helfen, legt aber eine Schwäche unserer Gesellschaft offen.
Ein Mädchen starrt in ihr Handy.
Immer mehr junge Menschen nutzen künstliche Intelligenz nicht nur für Hausaufgaben oder Recherchen. Sie erzählen ihr von Liebeskummer, Ängsten, Einsamkeit und Zukunftssorgen. Die KI wird damit zu etwas Neuem: zu einem Gegenüber, das zuhört und antwortet.
Eine gelingende Beziehung zwischen Mensch und Welt nennt der Soziologe Hartmut Rosa «Resonanz». Gemeint ist etwas, das wir alle kennen: Ein Gespräch, ein Mensch, Musik oder Natur erreicht mich wirklich. Etwas berührt mich, ich antworte darauf – und vielleicht gehe ich verändert aus dieser Begegnung hervor. Vereinfacht gesagt: Ich spreche in die Welt hinein, und die Welt bleibt nicht stumm.
Darin liegt die Attraktivität der KI. Sie antwortet – und zwar immer. Ein junger Mensch kann nachts um drei schreiben: «Ich habe Angst vor morgen», er bekommt eine Reaktion. Fünf Minuten später kann er den Satz........
