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Spannend, aber schwach! Österreichs Bundesliga muss umdenken

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04.02.2026

Fußball darf heute nicht mehr bloß Fußball sein. Fußball muss unterhalten, um jeden Preis. So sieht das zumindest Österreichs Bundesliga, die kommenden Freitag in die Rückrunde startet. Als junger Bub Ende der Neunzigerjahre sah ich eine Menge langweiliger Spiele, die Mannschaften verteidigten viel, trotzdem schaute ich ohne Murren zu. Heute, in einer von TikTok geprägten Welt, ist das anders: Das Publikum will Amüsement.

Heimische Fans und Fernsehleute sind von großen Ligen und der Königsklasse verwöhnt, die via Pay-TV in die Wohnzimmer flimmern. Österreichs Liga ist da schwerer vermarktbar. Es gibt nur wenige Topteams, viele Partien finden auf Dorfplätzen statt, in Ried, Hartberg, Wolfsberg. Ein Jahrzehnt lang wurde immer Red Bull Salzburg Meister, mit großem Vorsprung. Es war stinklangweilig.

Die Liga wollte mehr Dramatik und führte 2018 ein neues Format ein. Nach zwei Dritteln wird die Meisterschaft seither zweigeteilt. In einer Gruppe: die sechs Besten. In der anderen: die sechs Schlechtesten. Das erinnert an Trash-TV wie Big Brother, wo Erfolgskandidat:innen in ein Luxusloft kamen und Erfolglose in ein Verlies. Die Liga ging aber noch weiter. Den Klubs werden im Endspurt die Hälfte ihrer Punkte gestrichen, was dem Bewerb noch eine Note Dschungelcamp verleiht, wo Teilnehmer:innen zum Gaudium des Publikums mit Schikanen gequält werden.

Das Ziel der Liga war klar: Die Dominanz der Salzburger brechen, den tristen Bewerb aufpeppen, künstlich Spannung erzeugen – und mit einem attraktiven Produkt mehr TV-Millionen einspielen. Die Reform sei „eine riesige Chance“, erklärte Bundesliga-Boss Christian Ebenbauer, „den österreichischen Fußball sportlich und wirtschaftlich weiterzuentwickeln“.

Der Kampf gegen die heimische Fußball-Fadesse sollte ein Segen sein, aber er ist auch ein Fluch.

Das Filetstück der Reform ist die........

© Wiener Zeitung