Tschernobyl: Der metallische Geschmack des Unwissens
Natalija Tereshchenko erlebte als Ärztin die Tschernobyl-Katastrophe und später den Krieg in der Ukraine hautnah.
Die medizinische Versorgung war mangelhaft, Informationen wurden verschwiegen und offizielle Opferzahlen massiv heruntergespielt.
Natalija sieht Parallelen zwischen den Katastrophen und warnt, Frieden und Sicherheit nicht als selbstverständlich zu betrachten.
Im Mai 1986 kümmerte sich Natalija zuerst um Menschen, die aus Prypjat evakuiert wurden.
Natalija arbeitete 33 Tage in der Strahlenzone, ursprünglich waren 20 Tage vorgesehen.
Offiziell werden bis heute nur 31 unmittelbare Opfer der Katastrophe genannt.
Natalijas Brigade bestand aus 53 Ärzt:innen, zuletzt lebten noch 3 davon.
Natalija Tereshchenko erlebte als Ärztin die Tschernobyl-Katastrophe und später den Krieg in der Ukraine hautnah.
Die medizinische Versorgung war mangelhaft, Informationen wurden verschwiegen und offizielle Opferzahlen massiv heruntergespielt.
Natalija sieht Parallelen zwischen den Katastrophen und warnt, Frieden und Sicherheit nicht als selbstverständlich zu betrachten.
Im Mai 1986 kümmerte sich Natalija zuerst um Menschen, die aus Prypjat evakuiert wurden.
Natalija arbeitete 33 Tage in der Strahlenzone, ursprünglich waren 20 Tage vorgesehen.
Offiziell werden bis heute nur 31 unmittelbare Opfer der Katastrophe genannt.
Natalijas Brigade bestand aus 53 Ärzt:innen, zuletzt lebten noch 3 davon.
Im Videochat treffe ich eine ältere Dame mit kurzem, rostbraunem Haar, goldener Brille und rotem Lippenstift. Im fast schwarzen Raum hinter ihr erkenne ich nur ein wenig den Stuck an der Decke ihrer Wohnung in Charkiw. Der Krieg in der Ukraine ist für Natalija Tereshchenko nicht das erste einschneidende Lebensereignis. Ist die Gefahr heute laut und zerstörerisch, war sie damals jedoch lautlos und unsichtbar.
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Das Ende der Normalität: nur für 3 Tage
Es ist Mai 1986. Natalija arbeitet als Leiterin des Labors in einem Krankenhaus in Charkiw und hat erstmals mit evakuierten Menschen aus Prypjat Kontakt. Sie weiß noch nicht, wie schlimm das Leid der Menschen ist, weil es die Menschen selbst noch nicht wissen. „Den Leuten wurde gesagt, sie sollten nur das Nötigste für zwei bis drei Tage mitnehmen“, erzählt Natalija.
Trotzdem ist es für sie schrecklich, die Menschen zu sehen. „Wir mussten ihre Kleidung vernichten und Blutproben entnehmen“, erzählt Natalija, „dann haben wir die Leute an verschiedene Abteilungen weitergeleitet.“ Stark kontaminierte Patient:innen werden auf Krankenhäuser verteilt, andere in Notquartiere gebracht. Dieses „Sortieren“ der Menschen ist für Natalija damals besonders verstörend.
Ins Gedächtnis eingebrannt: Der Super-GAU von Tschernobyl
Von der Explosion des Kernreaktors weiß Natalija zu diesem Zeitpunkt........
