menu_open Columnists
We use cookies to provide some features and experiences in QOSHE

More information  .  Close

TeenMom: Zwischen Babyglück und Überforderung

31 0
27.09.2026

Der TikTok-Trend #TeenMom romantisiert frühe Mutterschaft. Unter dem Hashtag werden Schwangerschaften und Babys als erstrebenswerter Lifestyle dargestellt.

Expertinnen und Betroffene berichten von Zukunftsängsten, finanziellen Fragen und dem Druck, sich als junge Mutter ständig beweisen zu müssen.

Während TikTok vor allem die schönen Momente zeigt, weisen Psychologinnen und Hebammen auf die langfristige Verantwortung und die Folgen einer frühen Schwangerschaft hin.

Teenagerschwangerschaften werden in Österreich seltener: Der Anteil der Geburten von Müttern zwischen 15 und 19 Jahren sank von rund 3,1 Prozent im Jahr 2010 auf rund 1,1 Prozent im Jahr 2024.

2024 brachten 787 Frauen unter 20 Jahren in Österreich ein Kind zur Welt.

Die Beratungsstelle YoungMum begleitet jährlich rund 80 bis 100 schwangere Jugendliche.

Der TikTok-Trend #TeenMom romantisiert frühe Mutterschaft. Unter dem Hashtag werden Schwangerschaften und Babys als erstrebenswerter Lifestyle dargestellt.

Expertinnen und Betroffene berichten von Zukunftsängsten, finanziellen Fragen und dem Druck, sich als junge Mutter ständig beweisen zu müssen.

Während TikTok vor allem die schönen Momente zeigt, weisen Psychologinnen und Hebammen auf die langfristige Verantwortung und die Folgen einer frühen Schwangerschaft hin.

Teenagerschwangerschaften werden in Österreich seltener: Der Anteil der Geburten von Müttern zwischen 15 und 19 Jahren sank von rund 3,1 Prozent im Jahr 2010 auf rund 1,1 Prozent im Jahr 2024.

2024 brachten 787 Frauen unter 20 Jahren in Österreich ein Kind zur Welt.

Die Beratungsstelle YoungMum begleitet jährlich rund 80 bis 100 schwangere Jugendliche.

Ein positiver Schwangerschaftstest und ein Baby in hellblauem Strampler. Unter dem Hashtag #TeenMom sammeln sich auf TikTok mehr als eine Million Beiträge. In den Videos präsentieren junge Frauen stolz ihren Babybauch und tanzen mit ihren Kindern durchs Wohnzimmer. „When ppl hate on me for being a mom at 16 but at least I’ll be 36 when my kid is 21“, heißt es etwa in einem Beitrag. Eine andere Nutzerin schreibt: „Teen mom at 15 so excited xx“ und filmt sich dabei vor dem Spiegel.

Kennst du schon?: Krank und sichtbar – darf man weibliche Körper kommentieren?

Zwischen den ästhetisierten Bildern auf Social Media und dem Alltag junger Mütter liegen jedoch Welten. „Es wird nur das Positive und Schöne gezeigt“, sagt die Psychologin Karin Flenreiss-Frankl. Was es tatsächlich bedeute, junge Mutter zu sein, bleibe dagegen meist unsichtbar. Die Verantwortung, die Einschränkungen und die langfristigen Folgen einer frühen Mutterschaft kommen in vielen Beiträgen kaum vor.

Sehnsucht nach Zugehörigkeit

Manche Videos reagieren direkt auf Vorurteile gegenüber jungen Müttern. Über Aufnahmen von Teenager-Müttern, die Wäsche sortieren oder das Badezimmer putzen, steht etwa: „She can't do it alone as a teen mom.“ Die Bilder erzählen jedoch eine andere Geschichte und zeigen junge Frauen, die ihren Alltag selbstständig bewältigen. Die Botschaft: Jung Mutter zu sein, bedeutet Stärke, Selbstständigkeit und Verantwortung.

Für Flenreiss-Frankl spielt die Suche nach Identität dabei eine zentrale Rolle. Jugendliche befänden sich in einer Lebensphase, in der grundlegende Fragen verhandelt werden: Wer bin ich? Wie möchte ich leben? Was ist mir wichtig? Familie oder Karriere? Die........

© Wiener Zeitung