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Kanzler in China: Partnerschaft mit großen Risiken

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01.03.2026

Über ein mangelndes Arbeitsaufkommen kann sich Kanzler Friedrich Merz wahrlich nicht beklagen. Auch die nun anstehende Reise nach China wird kein Schonprogramm. Zu wichtig ist das Verhältnis zur jüngsten Supermacht. Die Wirtschaft ist in vielerlei Hinsicht von guten Beziehungen ins Reich der Mitte abhängig. Wichtige Rohstoffe und Vorprodukte kommen aus China, etwa Seltene Erden für die Batterieproduktion oder pharmazeutische Grundstoffe für Arzneien.

Nicht nur bei Importen spielt China eine bedeutende Rolle für die hiesige Wirtschaft. Das Land ist auch ein wichtiger Abnehmer für deutsche Industrieprodukte, zum Beispiel Autos. So erschließt sich die Bedeutung intakter Beziehungen von selbst. Im Gegensatz zum wichtigsten Exportmarkt nach der EU, den USA, ist die chinesische Wirtschaftspolitik außerdem berechenbar. Auf stabile Handelspartner ist Deutschland gerade in dieser Zeit angewiesen.

China nutzt Abhängigkeiten anderer Länder als Druckmittel

Das sind viele Gründe für gute Beziehungen zu China. Dabei dürfen jedoch die Schwächen im Verhältnis nicht vergessen werden. China überflutet den europäischen Markt mit konkurrierenden Produkten. Auch setzt die chinesische Regierung die Abhängigkeit anderer Länder von Rohstoffen als politisches Druckmittel ein. Schließlich gibt es auch keinen gleichberechtigten Zugang für deutsche Unternehmen zu den chinesischen Märkten. An Themen mangelte es also beim Besuch des Kanzlers nicht.

Die vergangenen Jahre haben gezeigt, wie schädlich zu große Abhängigkeiten von China sein können, etwa wenn Lieferketten zusammenbrechen. Eigentlich sollten diese Risiken abgebaut werden. Doch davon ist immer noch zu wenig zu hören. 


© Westfalenpost