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Insgesamt weniger Straftaten – aber kein Grund zur Entwarnung

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20.04.2026

Die Polizeiliche Kriminalitätsstatistik (PKS) wurde immer wieder kritisiert. Sie beleuchte lediglich die polizeibekannten Fälle, die Dunkelzahl werde nicht berücksichtigt. Auf diese Kritik waren Innenminister Dobrindt (CSU), Hamburgs Innensenator Grote (SPD) als Vorsitzender der Innenministerkonferenz und BKA-Chef Münch vorbereitet.

Wenn man mit der Taschenlampe in der Dunkelheit eine bestimmte Stelle beleuchte, wisse man noch lange nicht, was sonst alles in der Dunkelheit geschehe, sagte Münch am Montag in Berlin. Und: Je größer das Hellfeld, desto kleiner das Dunkelfeld. Deshalb sei es wichtig, die PKS mit der aktuellen Dunkelfeldstudie Sicherheit und Kriminalität in Deutschland (SKiD) abzugleichen.

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Dunkelfeldstudie SKiD weist erschreckende Tendenz zusätzlich nach

Diese Studie ist nun umso wichtiger, weil sie bei allen positiven Ergebnissen aus der PKS eine weiterhin erschreckende Tendenz zusätzlich untermauert: den Anstieg bei den Fällen von Vergewaltigung. Das BKA schreibt in der PKS, die Zahl der Delikte sei im Vergleich zu 2024 um neun Prozent gestiegen. Seit 2018 habe sie sich um 72 Prozent erhöht.

Es geht nahezu ausschließlich um die Gewalt von Männern gegen Frauen. Und nun könnte man meinen, die Zahl steige vor allem, weil mittlerweile immer häufiger solche Fälle auch angezeigt werden. Immer mehr Frauen hätten den Mut, sie zur Anzeige zu bringen. Mit dieser Argumentation könnte man eine Statistik ad absurdum führen. Das funktioniert aber nicht.

Laut Dunkelfeldstudie ist auch die Zahl der nicht angezeigten Fälle groß. Das bedeutet: Auch wenn das Hellfeld größer wird, bleibt das Dunkelfeld groß. Der Handlungsbedarf ist immens.


© WAZ