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Männerpause!

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13.02.2026

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Gesellschaft & Politik

Emma Amour: Männerpause!

Ich habe wirklich wenig Grund, um mich zu beklagen. Theoretisch zumindest. Schliesslich ist da 3. 3 ist der Typ, der mir schon beim ersten Date den Kopf MASSIV verdreht hat.

Es lief und läuft super. Sogar seine 9-jährige Kartoffel weckt meinen Fluchtinstinkt nicht. Genauso wenig wie der Fakt, dass 3 sechs Jahre jünger ist als ich.

Alles bene also. Was will ich mehr? Nichts, eigentlich.

Und dann kam da neulich mitten in der Nacht eine Suff-SMS von Sandro. Wie sehr er mich vermisst. Bla Bla. Wie gern er mich halten würde.

Eben. Er war betrunken.

3 war dabei, als die Nachricht kam. 3 hat gesehen, wie mir das Gesicht entgleist ist. 3 hat auch gespürt, wie sehr mein Herz klopfte.

Ich kann nicht sagen, ob es so klopfte, weil es sich freute. Oder weil es hässig war, dass er Trottel so aus dem Hinterhalt kommt.

3 sagte, ich soll gehen und ich soll in mich gehen.

Also ging ich und gehe nun etwas in mich. Also wollte ich. Bis ich schnallte, dass da viel Chrüsimüsi in meinem Kopf ist. Und im Herz.

Also mache ich jetzt eine Männerpause. Und suche stattdessen eine neue Wohnung. Zahlbar in Zürich. Mindestens 2,5 Zimmer. Lieber mehr. Natürlich nur in einem geilen Quartier. Natürlich zahlbar.

Natürlich klingt das nach einer Mission Impossible. Aber ich will guter Dinge sein.

Die Verliebten hadern mit meinem Schicksal

Da ich ja jetzt Super-Single bin, habe ich viel Zeit. Und gehe alles anschauen, was der Markt so hergibt. Also auch B-Wohnungen.

Bei der ersten B-Wohnung, sie ist in Höngg. Nichts gegen Höngg, aber Höngg ist in meiner Welt nicht Zürich. Die Wohnung ist aber gross mit Terrasse und Steamer und ich bin jetzt vielleicht bereit für einen Steamer.

Logischerweise bin ich nicht die Einzige, die da ist. Da sind auch viele Paare. Ich weiss nicht, wie man zu zweit in einer 2,5-Zimmerwohnung bestehen kann, aber sind wir ehrlich: Ich bin nicht die geborene Beziehungsexpertin.

Das Paar vor mir nimmt mich unter seine verliebte Fittiche. Erst dann schnalle ich, dass ich der einzige Single bin hier. Höngg und Steamer, das scheint Paaren vorbehalten zu sein. Für mich okay. Für die Verliebten nicht. Sie finden es krass, dass ich in den Vierzigern alleine bin.

Was ich Sonntags so mache? Alle meine Freunde würden doch sicher liiert sein und Kinder haben? Das sei ja mega traurig. «Aber gell, so kann's gehen im Leben, du Arme!?»

Will doch nicht im Schlaf stranguliert werden

Sie stecken mich an. Ich flenne den ganzen Heimweg auf dem Velo. Ich tu mir wahnsinnig leid. Ich fahre bei Sandro vorbei.

Nein. Ich will eigentlich nur zu 3.

Nein, 3 sagte, ich solle mich melden, wenn ich in mich gegangen bin. Ich bin nicht in mich. Ich bin viel eher ins Meer der Selbstmitleid-Tränen gesprungen.

Ich schaue mir noch zwei andere an. Eine ist geil. Aber im EG. Ich ziehe sicher nichts ins EG. Kann ja jeder reinlaufen und mich im Schlaf strangulieren. Was sind das für Menschen, die im EG leben?

Die andere Wohnung ist nichts. Braune Küche. Grünes Bad.

Warum ich dennoch an den Besichtigungen war? Das eine Haus hat eine rosa Fassade (mega geil), die EG-Wohnung befindet sich an einer krass sexy Lage.

Eine andere Wahrheit ist: Weil ich Zeit habe. Und mich ablenken muss.

Gar nicht so spannend diese Woche hier. Ich weiss. Was soll ich sagen? Männerpausen fand ich schon immer scheisse. Und langweilig.

Also. Dann stellen wir uns dem Shit. Ich bin bereit.

2024: John Krasinski, bekannt aus «The Office», gewinnt den People-Award 2024.

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