„Wir sollten Melonis Energiepläne diskutieren“
trend: Wie lange wird es dauern, bis sich die kriegsbedingten Preissteigerungen bei fossilen Rohstoffen auch im Strompreis wiederfinden?
Wolfgang Anzengruber: Das ist nur eine Frage der Zeit: Wenn die Fossilkrise länger dauert, steigen sie unweigerlich. Und schaut man auf die steigenden Börsenkurse international, ist auch die Erwartungshaltung eingepreist, dass da manche der Energieversorger ein gutes Geschäft dabei machen.
Der Staat will preisbremsend eingreifen – kann er das?
Theoretisch geht alles, die Frage ist nur, ob alle derzeit ventilierten Ideen dazu auch gescheit sind. Steuern reduzieren? Der Sprit wird wirklich billiger, dafür fehlen dem Staat aber Einnahmen. Man könnte den Konsumenten Geld geben, also auch eine Förderung aus dem Budget. Ein staatlicher Preisdeckel? Da tun sich dann andere Probleme auf.
Viel Sympathie haben Sie dafür nicht?
Genau, besser, man verändert die Struktur des Bepreisungssystems. Das ist komplexer, hat aber den Vorteil, dass man nicht immer wieder kurzfristig eingreifen muss. Es gibt schon Wege, ohne dass Mehrkosten für den Staat entstehen. Verlierer wären die Energieversorger.
Aber bei denen gibt es angesichts jüngster Gewinne ja einen Spielraum?
Genau, in den Zeiten, in denen wir für Energie immer mehr gezahlt haben, ging nicht alles nur in die Taschen von Putin, man muss nur in die Bilanzen schauen.
Was bringt also ein struktureller Eingriff?
Man wird den Einfluss der Themen am Weltmarkt immer noch spüren, aber nicht mehr so massiv. Und die wichtigen........
