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Rüdiger "Rüde" Linhof: „Wir haben die Kraft, das Ruder herumzureißen“

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21.10.2026

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Rüdiger "Rüde" Linhof: „Wir haben die Kraft, das Ruder herumzureißen“

21. Oktober 2026 | Vera König

Von der ersten Begegnung bis zum konkreten Business Case: Der Bassist der Sportfreunde Stiller über seine Initiative Kultur.Konvoi, die deutsche und ukrainische Unternehmen miteinander verbindet.

Menschen zusammenbringen, die sich sonst nicht begegnen würden: Das ist das Ziel von Rüdiger Linhof, Bassist der Sportfreunde Stiller und Gründer des Kultur.Konvois. Der 53-Jährige, genannt "Rüde", fördert mit seiner Initiative den intensiven Austausch zwischen der Ukraine und Deutschland. Dabei verbindet Linhof nicht nur Menschen aus Musik und Kunst, sondern bringt auch Unternehmen miteinander ins Gespräch, um neue wirtschaftliche Partnerschaften anzubahnen. Beim FRANKFURT FINANCE & FUTURE SUMMIT organisiert der Kultur.Konvoi zwei Live-Schalten in die Ukraine: zu einer Künstlerin und zu einem Unternehmen mitten im Kriegsgebiet.

FRAGE: Rüdiger, beim FRANKFURT FINANCE & FUTURE SUMMIT wird es unter anderem eine Live-Schalte nach Dnipro in der Ukraine zum Technologieunternehmen Erbis geben. Das Bürogebäude des Unternehmens wurde Ende September bei einem russischen Drohnenangriff beschädigt, dennoch setzte Erbis die Arbeit fort. Was sagt dieses Beispiel über die Widerstandsfähigkeit ukrainischer Unternehmen aus?

RÜDIGER LINHOF: Die Live-Schalte zu einem Mitarbeiter von Erbis wird durch die persönliche Anwesenheit vor Ort von Julia Bondareva als COO von Erbis verstärkt. So verbinden wir die unmittelbare Perspektive eines Mitarbeiters vor Ort mit der strategischen Sicht der Unternehmensführung. Erbis ist ein Beispiel dafür, was es heißt, wenn die Normalität wegbricht und man trotzdem weitermachen muss.

Es ist Krieg, „but we have to make business“, wie der CEO von ZONE3000 in einer unserer Schalten gesagt hat. Es ist wahnsinnig tragisch und ja, es ist unvorstellbar, was dort passiert. Aber die Unternehmen machen weiter und sie haben eine andere Art gelernt, damit umzugehen, als wir es uns überhaupt vorstellen könnten. Hier wird digitale Resilienz ganz konkret.

Stichwort Resilienz: Der Begriff ist in deutschen Vorstandsetagen zu einem zentralen Begriff geworden. In der Ukraine ist Resilienz aber keine Managementtheorie, sondern tägliche Notwendigkeit. Was können deutsche Unternehmen von diesem Umgang mit Krisen lernen?

Was ich durch unsere Arbeit mit Kultur.Konvoi und vor allem durch die vielen Begegnungen mit Menschen in der Ukraine gelernt habe: Resilienz beginnt damit, dass man sich den Realitäten stellt. Dass man genau hinschaut, was ist, und sich nichts vormacht. Wir erleben bei unseren Live-Schalten immer wieder Menschen, die unter unglaublich schwierigen Bedingungen leben und arbeiten. Und trotzdem machen sie weiter. Nicht, weil sie die Realität ausblenden oder darauf warten, dass alles wieder so wird wie früher. Nein, sie setzen sich mit ihr auseinander und finden Wege, damit umzugehen. Das ist auch etwas, das unsere Arbeit prägt. Nicht ausweichen, sondern einsteigen. Sich auf Menschen und Situationen einlassen, auch wenn man noch nicht alle Antworten hat. Und dann gemeinsam schauen, was möglich ist. Dabei geht es nicht nur darum, Krisen zu bewältigen.

Es braucht auch Visionen........

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