Benjamin Netanjahu ist vorerst der große Gewinner des Iran-Krieges
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Benjamin Netanjahu ist vorerst der große Gewinner des Iran-Krieges
04. März 2026 | The Economist
Um Streit mit Donald Trump zu vermeiden, unterstützen westliche Verbündete Israels Theorien zur Rechtfertigung dieses Angriffs, analysiert The Economist
Im Iran wird ein gewaltiges Wagnis eingegangen. Für das iranische Volk, den gesamten Nahen Osten und die Welt steht viel auf dem Spiel. Es wird viele Verlierer geben, allen voran die einfachen Iraner.
In diesen unsicheren ersten Tagen zeichnet sich jedoch ein früher Gewinner ab: Israel. Der Angriff auf den Iran stützt sich zwar auf amerikanische Feuerkraft, ist aber in bemerkenswertem Maße von israelischen Kriegstheorien geprägt. Israels Regeln für einen Sieg lassen sich wie folgt zusammenfassen: Angriff ohne Vorwarnung, Einsatz überwältigender Gewalt und skrupellose Tötung der feindlichen Führung. Natürlich bekennt sich Israel zum Völkerrecht, betonen Politiker und Diplomaten des Landes. Doch als kleine Demokratie in einer gefährlichen Region muss Israel der Sicherheit Priorität einräumen. Israelische Offizielle argumentieren, sie hielten sich an die Kriegsregeln – im Gegensatz zu den Terroristen, die weder Tränen noch Mitleid verdienten. Trotzdem haben der lange Feldzug und die hohe Zahl der Todesopfer im Gazastreifen Israel zunehmend isoliert, selbst unter den einst unterstützenden westlichen Regierungen. Plötzlich scheinen jedoch viele demokratische Politiker den Argumenten israelischer Prägung offener gegenüberzustehen.
Als die USA und Israel am 28. Februar gemeinsam den Iran angriffen, spiegelten Schlüsselelemente der Operation eine israelische Logik wider, angefangen bei der Tötung der iranischen Führungsspitze. Das markiert einen Kurswechsel für die USA. In seiner ersten Amtszeit widersprach der risikoscheue Präsident Donald Trump dem israelischen........
