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Reformen? Ja, bitte! Aber ohne mich

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18.04.2026

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Reformen? Ja, bitte! Aber ohne mich

17. April 2026 | Oliver Stock

Gesundheit, Rente, Steuern, Wehpflicht: Alle fordern den großen Wandel. Doch sobald er konkret wird, beginnt der Rückzug. Warum Deutschland an sich selbst scheitert.

Es gehört zu den verlässlichsten Ritualen in diesem Land und anderswo: Alle sind für Reformen. Und zwar für echte, grundlegende, schmerzhafte Reformen. Aber bitte nur, solange sie nicht stattfinden.

Wagt eine Regierung den Schritt vom Appell zur konkreten Maßnahme, beginnt das Schauspiel: Plötzlich war alles ganz anders gemeint. Weniger radikal. Vor allem nicht so, dass es einen selbst betrifft. Die Psychologie kennt dieses Phänomen gut. Sie nennt es Status-quo-Bias oder, noch treffender, Verlustaversion. Der Mensch nimmt Verluste doppelt so stark wahr wie Gewinne. Reformen aber sind erstmal nichts anderes als die organisierte Verteilung von Verlusten. Sie kommen schnell, sind absehbar und treffen die eigenen Lebensumstände, das eigene Portemonnaie, den eigenen Alltag. Mögliche Gewinne solcher Reformen sind dagegen nicht sofort........

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