„Sie sind ein wenig alt“, sagt ein chinesischer Manager über VW-Werke
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„Sie sind ein wenig alt“, sagt ein chinesischer Manager über VW-Werke
02. Juni 2026 | Oliver Stock | Lesezeit: 5 Min.
Der Satz beschreibt die neue Wirtschaftsordnung: Früher erklärten deutsche Ingenieure den Chinesen wie Industrie geht. Heute ist es umgekehrt. Ohne chinesisches Know-How funktioniert es hierzulande nicht mehr.
Deutschland vollzieht einen industriepolitischen Kurswechsel, der vor wenigen Jahren noch als Tabubruch gegolten hätte. Lange lautete die deutsche Haltung gegenüber China ungefähr so: bloß keine neuen Abhängigkeiten. Die ehemalige Außenministerin Annalena Baerbock formulierte noch 2022: „Wir sollten uns nie wieder von einem Land so abhängig machen, das unsere Werte nicht teilt.“ Damals ging es um den Einstieg des chinesischen Konzerns Cosco im Hamburger Hafen. Die Debatte klang wie eine wirtschaftspolitische Zeitenwende: weniger China, mehr strategische Distanz, und bitteschön mehr europäische Eigenständigkeit. Heute passiert das Gegenteil.
Unter wachsendem wirtschaftlichem Druck öffnet Deutschland die Tür. Und zwar weit. Und nicht nur das: Früher brachten deutsche Unternehmen ihr Know-how nach China. Volkswagen, Siemens und BASF bauten dort Fabriken, schulten Ingenieure und halfen beim industriellen Aufstieg des Landes. Heute dreht sich die Richtung um. Jetzt bringen chinesische Unternehmen Technologie, Produktionswissen und Geschäftsmodelle nach Deutschland und Europa. Die einstige Werkbank wird zum Technologieexporteur. Und Deutschland merkt: Ohne China geht es vielerorts nicht mehr.
Europa versucht die industrielle Umkehr
Sichtbar wird dieser Paradigmenwechsel zum Beispiel gerade in der Solarindustrie. Europa hat die Photovoltaik mitentwickelt. Deutschland galt einmal als globaler Taktgeber. Orte wie Freiberg im........
