„Niemanden durchlassen“: Das umstrittene Bündnis hinter den Blockade-Plänen gegen die AfD
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„Niemanden durchlassen“: Das umstrittene Bündnis hinter den Blockade-Plänen gegen die AfD
25. Juni 2026 | Oliver Stock | Lesezeit: 5 Min.
„Widersetzen“ will den Bundesparteitag der AfD verhindern und mobilisiert dafür bundesweit Unterstützer. Doch darf demokratischer Protest darauf zielen, eine legale politische Veranstaltung unmöglich zu machen?
Am ersten Juliwochenende wird Erfurt zum Schauplatz eines politischen Grundsatzkonflikts. In den Hallen der Messe Erfurt will die AfD ihren Bundesparteitag abhalten. Vor den Toren wollen Tausende Aktivisten nicht nur dagegen protestieren, sondern vielmehr dafür sorgen, dass der Parteitag nicht stattfinden kann. „Wir wollen den Bundesparteitag der AfD am 04. und 05.07.2026 in Erfurt verhindern“, erklärt das Bündnis „Widersetzen“ auf seiner Internetseite. Die Aktivisten kündigen an, sich „zu Tausenden vor den Zugängen und Zufahrten der Messe Erfurt“ zu versammeln und „niemanden zur AfD-Veranstaltung durchzulassen“. Die AfD sei eine „faschistische Partei“, ihr Parteitag eine „illegitime Versammlung“, auf der eine „Machtübernahme“ vorbereitet werde. Deshalb sei ziviler Ungehorsam „gerechtfertigt und geboten“.
Die Frage, die sich daraus ergibt, reicht über Erfurt hinaus. Sie lautet: Darf demokratischer Protest darauf zielen, eine legale politische Veranstaltung unmöglich zu machen?
Bündnis mit bundesweiter Unterstützung
„Widersetzen“ ist ein bundesweit aktives Bündnis und zählt nach eigenen Angaben mehr als 80 beteiligte Organisationen. Unterstützt wird es von linken Initiativen, antifaschistischen Gruppen, Gewerkschaftern und Aktivisten aus dem Umfeld von Klimabewegungen. Prominente Gesichter der Organisation sind die Linken-Politikerin Heidi Reichinnek und die Schauspielerin Katja Riemann, die für ein Mobilisierungsvideo des Bündnisses vor der Kamera stand. In dem Kampagnenfilm wird vor einem gesellschaftlichen Rechtsruck gewarnt und zum Widerstand gegen die AfD aufgerufen. Unterstützung kommt auch aus Gewerkschaftskreisen. Der DGB Hessen-Thüringen beteiligt sich an den Protesten gegen den Parteitag und organisiert eine zentrale Kundgebung an der Messe Erfurt. Der Thüringer Landesverband der Partei Die Linke wirbt öffentlich um Spenden zur Unterstützung der Proteste rund um den........
