Die Chance im Scheitern: Warum Deutschlands UN-Niederlage ein Gewinn sein könnte
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Die Chance im Scheitern: Warum Deutschlands UN-Niederlage ein Gewinn sein könnte
06. Juni 2026 | Karl-Matthias Klause
Die verlorene Wahl für den Sicherheitsrat löst Selbstkritik aus. Doch statt Prestigeprojekten nachzutrauern, sollte Deutschland seine UN-Politik neu ausrichten – mit klaren Zielen und messbarer Wirkung
VON KARL-MATTHIAS KLAUSE
Deutschland wird in den Jahren 2027-28 nicht im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen vertreten sein. Neben den fünf ständigen Mitgliedern gehören dem Gremium zehn nicht-ständige Mitglieder an. Ab 2027 werden Österreich und Portugal und daneben Simbabwe, Kirgistan, Trinidad und Tobago, Bahrain, Kolumbien, Demokratische Republik Kongo, Lettland und Liberia vertreten sein. Hätten Sie’s gewusst?
Zuletzt war Deutschland von 2019-20 Mitglied im Sicherheitsrat und hatte sich viel vorgenommen. Stärkung von Krisenprävention, Fortschritte bei Abrüstung, den Schutz von Frauen in Konflikten sowie die Behandlung der sicherheitspolitischen Folgen des Klimawandels. Die Bewerbung für die Jahre 2027-28 folgte dem Muster der vorangegangenen Kandidaturen und wollte die Themen Klima, Sicherheit und Krisenprävention fördern, hieß es. Am 3. Juni 2026 ist die deutsche Kandidatur im ersten Wahlgang mit einem deutlichen Ergebnis gescheitert.
Lag's an der Israel-Politik?
Die Debatte um das Wahlergebnis, um den Wahlkampf, um Ziele, Instrumente und Mittel der deutschen Außen- und VN-Politik enthält reichlich Argumente: die Bewerbung war richtig, kam nur zu spät, ehemalige Diplomaten erklären, wie sie es besser gemacht hätten, die politische Opposition kritisiert den Bundeskanzler. Und es geht weiter: die Kürzung der Entwicklungshilfe, zu wenig Geld fürs Klima, der globale Süden,........
