Warum Polen ein starkes Deutschland will – und ihm trotzdem misstraut
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Warum Polen ein starkes Deutschland will – und ihm trotzdem misstraut
09. August 2026 | Jörg Nackmayr | Burghard Jepsen
Warschau drängt Berlin zur Aufrüstung, setzt aber auf die USA als Rückversicherung. Dahinter steht Polens historische Angst vor deutscher Dominanz.
VON JÖRG-DIETRICH NACKMAYR UND BURGHARD JEPSEN
Polen gehört heute zu den entschiedensten Befürwortern einer stärkeren militärischen Rolle Deutschlands in Europa. Gleichzeitig existiert kaum ein europäisches Land, das historisch sensibler auf deutsche Macht reagiert. Dieser scheinbare Widerspruch prägt die strategische Architektur Osteuropas.
Aus polnischer Sicht ist die Lage eindeutig: Russland stellt die zentrale Bedrohung europäischer Sicherheit dar. Der Krieg gegen die Ukraine hat in Warschau die Überzeugung verstärkt, dass Europa nur durch militärische Stärke und glaubwürdige Abschreckung stabilisiert werden kann. Deshalb fordert Polen seit Jahren höhere Verteidigungsausgaben innerhalb der NATO – insbesondere von Deutschland.
Der Kern der geopolitischen Ambivalenz
Doch genau hier beginnt die geopolitische Ambivalenz. Polen weiß, dass Europa ohne Deutschland militärisch kaum........
