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105-jähriger Wachmann vor Gericht: Recht oder Rache?

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27.09.2026

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105-jähriger Wachmann vor Gericht: Recht oder Rache?

27. September 2026 | Helmut Ortner

Die Dortmunder Staatsanwaltschaft ermittelt gegen einen Greis, der in einem NS-Straflager stationiert war. Warum erst jetzt?

Es liegt mehr als acht Jahrzehnte zurück: Bei der Befreiung des Kriegsgefangenenlagers Stalag 326 VI K Senne in Nordrhein-Westfalen durch die US-Armee am 2. April 1945 wurden zwischen 180.000 und 200.000 Insassen registriert. Jeder dritte Kriegsgefangene aus der Sowjetunion, der seit 1941 nach Deutschland gebracht wurde, durchlief das Lager. Neben sowjetischen waren auch französische, polnische, serbische, italienische und belgische Kriegsgefangene untergebracht. Sie alle mussten  oft Zwangsarbeit in naheliegenden Unternehmen und Betrieben verrichten. Viele überlebten das Lager nicht.

Nun hat die Staatsanwaltschaft Dortmund Ermittlungen gegen einen ehemaligen Lager-Wachmann eingeleitet. Dem mittlerweile 105-jährigen Mann wird Beihilfe zum vielfachen Mord vorgeworfen. Ins Rollen gebracht hat das Verfahren die „Zentrale Stelle der Landesjustizverwaltungen zur Aufklärung nationalsozialistischer Verbrechen“ in........

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