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Chronik der Woche: Deepfakes heute und Hollywood-Tricks vor 100 Jahren

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Chronik der Woche: Deepfakes heute und Hollywood-Tricks vor 100 Jahren

08. Mai 2026 | Ansgar Graw

Außerdem: Trumps Truppen-Abzug, der X-Exodus von Rot-Rot-Grün, der FC Bayern im Radio. Und wo Marcel Reich-Ranicki irrte - ein Rückblick

Vor wenigen Tagen las ich einen Artikel in einer englischen Zeitung, dass erstgeborene Kinder in aller Regel „brainier“ seien als die jüngeren Geschwister, also klüger – und während ich mich als Zweitgeborener noch ein wenig empörte, kam eine Email meines älteren Bruders, eines Vermessungsingenieurs, mit einem Korrekturhinweis. Im Newsletter vom 23. April hatte ich an dieser Stelle einleitend geschrieben: „Diese Woche habe ich wieder sehr subjektiv vermessen”. Das aber sei falsch, denn “subjektiv” und “vermessen” schlössen einander aus. Ja, recht hat er, der big brother. Ich kann zwar sagen: “Ich ermesse die Bedeutung eines Vorgangs als gering”  – dann ist der Maßstab, den ich anlege, subjektiv. Messen ohne Objektivität ist subjektives Ermessen – aber eben kein Vermessen mehr. Jetzt ist alles richtig, oder? (Hoffentlich korrigiert mich jetzt nicht mein jüngerer Bruder, ein Lehrer.)

Und damit ermesse ich subjektiv die vergangene Woche: Donnerstag, 30. April Letzter Tag des Ludwig-Erhard-Gipfels: Das frühsommerliche Wetter umschmeichelte die Teilnehmer seit Dienstag unablässig, der Besuch war ähnlich wie in den vorigen Jahren, die Bandbreite der Vorträge und Debatten wohl noch vielseitiger als sonst. Theo Waigel wurde mit dem Freiheitspreis der Medien geehrt, Philipp Amthor sprach über Staatsmodernisierung, Bayerns Vize-Ministerpräsident Hubert Aiwanger lieferte eine Keynote, Israels Botschafter Ron Prosor warnte vor Antisemitismus, Experten diskutierten die wirtschaftliche Seite der Verteidigungspolitik, die Gesundheitspolitik, die Automobilindustrie, die Finanzwirtschaft, den Iran-Krieg, verabschiedet wurde der „Tegernseer Appell“ als Aufruf der Wirtschaft an die Politik, endlich runterzugehen mit Steuern, Abgaben und Regulierungen. Wie immer ist das Medienecho auf den Gipfel, veranstaltet von der WEIMER MEDIA GROUP, in der auch The European erscheint, umfangreich: Ein taz-Journalist schreibt, dass er mangels Akkreditierung nicht reindurfte, aber alle nett zu ihm waren, ein FAZ-Kollege hat Politiker........

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