Jenseits der frenetischen Verteidigung von Phantombesitz
D ie Philosophin Eva von Redecker weiß selbst auch nicht, „ob wir den Faschismus-Begriff wirklich brauchen“. Ob es also hilft, von Faschismus statt zum Beispiel von Autoritarismus zu reden, oder besser: wem es hilft.
Gegen den Faschismus selbst hilft es aktuell jedenfalls nicht. Fast 20 Prozent AfD-WählerInnen in einem insgesamt doch noch recht wohlbestellten Bundesland tief im Westen sind erschütternd. Wie schnell sich im Polit-Analyse-Sprech zur Wahl in Rheinland-Pfalz die Kurzschlussdeutung durchgesetzt hat, dass die SPD halt die Arbeiter an die AfD abgegeben habe, weil sie sich mit dem Bürgergeld „zu sehr um Transferempfänger gekümmert“ habe, ist übrigens fast ebenso bestürzend. Der SPD auf diese Weise einfach mal die Verantwortung überzuhelfen („hättet ihr euch um die Arbeiter gekümmert!“), dient aber offenbar auch dazu, nicht noch mehr über das Erfolgsrezept der AfD zu sprechen. Denn dann müsste man ja vielleicht tiefer Luft holen.
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