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Jede Mehrheit braucht eine Minderheit

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14.09.2026

I n der Nacht hat irgendwer das Klohäusl am Strand abgebrannt. Frühmorgens stehen mein vierjähriger Sohn und ich dabei, wie drei riesige Traktoren in einer an den Film „Real Steel“ gemahnenden Aktion sich durch den Sand wühlen, um das Ding von den Stelzen zu heben und abzutransportieren.

Für mein Söhnchen wird es das größte Ereignis dieses Nordseeurlaubs sein. Und ich denke melancholisch, wie er in 20 Jahren noch davon berichten wird, vielleicht seine erste Erinnerung und eine, die uns verbinden wird, über die Lebenszeiten hinaus.

Die Insel ist für die übergroße Mehrheit zum Erholen da. An diesem Morgen sehen wir die Minderheit am Werk. Hier wird gearbeitet. Die tätigen Menschen tragen lange Hosen und feste Schuhe. Manchmal rauchen sie sogar, daran erkennt man hier – außer ein paar gestressten Müttern aus den Kurkliniken – die Einheimischen.

Die Minderheit arbeitet, um sich, wenn die Mehrheit wieder abgereist ist, auch ein Mehrheitsleben leisten zu können.........

© taz.de