menu_open Columnists
We use cookies to provide some features and experiences in QOSHE

More information  .  Close

hBlock sperrt Werbung ohne Pi-hole über die Hosts-Datei

20 0
27.07.2026

hBlock sperrt Werbung ohne Pi-hole über die Hosts-Datei

hBlock blockiert Werbung und Tracker über die Hosts-Datei und ergänzt Pi-hole, DNS Forge, NextDNS, AdGuard DNS und andere DNS-Adblocker.

Die Hosts-Datei blockiert Domains direkt auf dem Rechner

Automatische Updates unter Linux

Updates unter Windows automatisieren

hBlock ergänzt eigene und öffentliche DNS-Adblocker

Zentral mit Blocky, Pi-hole oder AdGuard Home

FRITZ!Box und TP-Link können hBlock meistens nicht direkt laden

hBlock auf iPhone und iPad

Wenn hBlock zu viel sperrt

hBlock funktioniert auch ohne eigenen DNS-Adblocker

Pi-hole, AdGuard Home und Blocky filtern Werbung und Tracker für das gesamte Heimnetzwerk. Dafür muss jedoch irgendwo ein eigener DNS-Adblocker laufen. Nicht jeder besitzt einen Raspberry Pi, NUC, ein NAS oder einen Heimserver, der rund um die Uhr zusätzlich eingeschaltet bleibt. Glücklicherweise kommt hBlock ohne diese zusätzliche Hardware aus. Das Open-Source-Skript sammelt bekannte Werbe-, Tracking- und Malware-Domains und schreibt sie direkt in die Hosts-Datei eines Windows- oder Linux-Rechners. Die Sperre gilt damit lokal auf dem Gerät und ist nicht an einen bestimmten DNS-Anbieter gebunden.

Wer bereits Pi-hole, Blocky oder AdGuard Home* betreibt, kann die hBlock-Listen dort ebenfalls verwenden. Auch öffentliche Filter wie DNS Forge, NextDNS oder AdGuard DNS lassen sich durch die lokale Hosts-Datei ergänzen.

Das Skript hBlock holt damit eine alte Technik zurück, die schon lange vor den heutigen DNS-Adblockern zum Einsatz kam.

Die Hosts-Datei blockiert Domains direkt auf dem Rechner

Bevor sich das Domain Name System (DNS) durchgesetzt hat, wurden Rechnernamen und die dazugehörigen IP-Adressen über einfache Textdateien verteilt. Die lokale Hosts-Datei stammt aus dieser Zeit. Das aktuelle Betriebssystem berücksichtigt sie weiterhin. Eine Zeile wie diese sorgt beispielsweise dafür, dass eine unerwünschte Domain nicht mehr ihr eigentliches Ziel erreicht:

0.0.0.0 tracking.example

Unter Linux liegt die Datei normalerweise hier: /etc/hosts, unter Windows hier:C:\Windows\System32\drivers\etc\hosts.

C:\Windows\System32\drivers\etc\hosts.

Das Betriebssystem prüft die Hosts-Datei vor einer normalen Anfrage an den eingestellten DNS-Server. Findet es dort einen passenden Eintrag, verwendet es die hinterlegte Adresse. Mit 0.0.0.0 läuft die Verbindung ins Leere.

Einige Domains könnte man natürlich auch noch von Hand eintragen. Bei mehreren Hunderttausend Werbe-, Tracking- und Malware-Domains wäre das jedoch kaum noch praktikabel. hBlock lädt die eingestellten Quellen herunter, entfernt zusätzliche Kommentare sowie doppelte Einträge und schreibt das bereinigte Ergebnis dann in die Hosts-Datei.

Was die Hosts-Datei nicht kann: hBlock sperrt vollständige Domains. Einzelne Skripte, Werbeflächen oder andere Bestandteile einer Webseite kann man mit der Hosts-Datei natürlich nicht herausfiltern.

Das zeigt sich besonders bei Diensten, die Werbung und eigentliche Inhalte über die gleichen Server ausliefern. YouTube-Werbung verschwindet genau deshalb weder mit hBlock noch mit einem gewöhnlichen DNS-Blocker zuverlässig. Dafür ist und bleibt eine Browser-Erweiterung wie uBlock Origin inklusive der zusätzlichen Listen weiterhin zuständig.

Bekannte Werbenetzwerke, Tracker und Telemetrie-Dienste können jedoch bereits bei der Namensauflösung damit gestoppt werden. Dies funktioniert auch bei Programmen außerhalb des Browsers, sofern sie die Namensauflösung des Betriebssystems verwenden. Programme mit fest eingetragenen IP-Adressen oder eigener DNS-Auflösung umgehen die Hosts-Datei leider jedoch. hBlock ersetzt deshalb weder einen Browser-Adblocker noch andere zusätzliche Schutzmaßnahmen.

Linux ist das eigentliche Einsatzgebiet des langlebigen Projekts: hBlock besteht aus einem POSIX-kompatiblen Shellskript und benötigt keine umfangreiche Laufzeitumgebung. Für einige Distributionen stehen fertige Pakete bereit. Alternativ kann man das Skript direkt aus dem Repository installieren.

Vor dem ersten Start sollte die vorhandene Hosts-Datei sichern:

sudo cp /etc/hosts /etc/hosts.hblock-backup

Dies ist wichtig, da hBlock die Datei standardmäßig neu erzeugt. Dabei könnten eigene Einträge für lokale Server, Entwicklungsumgebungen oder andere Geräte verloren gehen.

Die aktuelle Version kann man mit folgendem Befehl installieren:

curl -o /tmp/hblock ‚https://raw.githubusercontent.com/hectorm/hblock/v3.5.1/hblock‘

echo ‚d010cb9e0f3c644e9df3bfb387f42f7dbbffbbd481fb50c32683bbe71f994451 /tmp/hblock‘ | sha256sum -c –

sudo install -o root -g root -m 0755 /tmp/hblock /usr/local/bin/hblock

Danach genügt ein Aufruf mit Root-Rechten: sudo hblock. Das Skript lädt die konfigurierten Quellen, bereinigt die Einträge und schreibt die fertige Liste nach /etc/hosts.

Welche Listen dabei berücksichtigt werden, zeigt das Repository. Darunter befinden sich bekannte Quellen für Werbung, Tracking und schädliche Domains. Wer einige davon bereits in einem anderen Filter........

© Tarnkappe